Teil eines Werkes 
5 (1843)
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& Erekution bedräut jeden Edelmann, jede Dorfſchaft,

welche dieſes neue, menſchenfreundliche Edikt verletzen. Der rothe Reiter entfaltete ein breites Pergament, und hielt es hoch, und die beiden Küraßreiter mit ihren

blanken Pallaſchen ſahen gar grimmig unter den Eiſen⸗

helmen aus auf die wogende Bauernmaſſe hernieder, in der es immer ruhiger und ruhiger wurde.

Junker Klaus umfaßte aufs Neue und herzlicher noch die Jungfrau, welche ſich etwas erholt hotte.

Sei unbeſorgt, Johanna, ſprach er feſt; Du ſtehſt unter meinem Schilde, Du biſt geſchützt durch den er⸗ leuchtetſten Monarchen, und das Schickſal wird alle Deine Leidensſtunden mit eben ſo vielen Freudentagen ausgleichen. Ich kann Dir Nichts als Erſatz bieten, denn du biſt faſt ſo reich als ich. Die Lottogöttin iſt dieſes Mal ſehend geweſen, und hat ihre Schätze der Beſten ausgetheilt. Du kannſt Dir und Deinem Lüet ein freies Herrengut dafür erkaufen. Aber hinauf ſollt Ihr Getreuen zuvor auf Pfaffenhof mit mir, wohnen ſollt ihr bei mir und ich will euer Hochzeitsvater ſein, damit ich ſo das Böſe verlöſche, was euch geſchah, und was mir des Vaters letzte Stunde und ſein gräßliches Todeswort verriethen.

Aber die Mutter? Wo iſt die Mutter? rief da Hann⸗ chen plötzlich, aus ihrer Erſtarrung erwachend. Alle dreheten ſich um nach dem Teiche, wo die Frohnknechte ſich eben bemüheten, den Leichnam der Verſunkenen, der halb ſichtbar war, mit ihren Stangen aufzufiſchen. Mit einem Zetergeſchrei ſtürzte Hannchen ſinnlos zu Boden.

Auch das noch! ſeufzte der Junker.

Lüet aber, dem Werner's Erzählung beifiel, kniete bei der Geliebten hin, faltete die Hände und ſprach: