Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Mit ſehr faltenreichem und düſterm Angeſichte nahte ſich jetzt der Gerichtshalter, wiewohl unter vielen Bück⸗ lingen. Indem ich, ſprach er pathetiſch, in zweierlei Geſtaltung und doch nur in einer Perſon, Euer Gnaden zugleich condolire wie gratulire, wage ich zugleich von Amtes wegen Einſpruch zu thun, betreff eben ausge⸗ ſprochener Kaſſation eines Urtheiles, von Rechtswegen gefällt, und vom verehrteſten, hochſeligen Herrn Vater manu propria unterzeichnet. Ehret des Vaters Spruch, denn ſolches ſtehet den Söhnen gut. Ehret das Geſetz, ſolches kleidet Höhere und Niedere gut. Tilget des Teu⸗ fels Werk und Brut, ſolches iſt der Chriſten Pflicht! Halten zu Gnaden!

Ja, ins Waſſer und Feuer mit der Hexenbrut! ſchrieen mehre vorlaute Burſche.

Wildmeiſter Fauſt, vorgerückt mit den Jägern! be⸗ fahl da zornig der Junker. Wer hat hier zu ſprechen über Leben und Tod? Der erſte voreilige Schwätzer ſpaziert in den Thurm. Meinet ihr, weil ich noch we⸗ nig Bart habe, und weil ihr mich ſcherzen ſahet unter euch, ich ließe mit mir ſpielen, wo es Menſchenpflicht und mein Erbrecht gilt? Ich will euch lieben, mehr als mein Vater gethan; aber die Widerſpänſtigen werde ich züchtigen, wie es mein Vater that. Ich annullire dieſen Prozeß völlig, aus Menſchenpflicht und eigenem Gefühl, und weil mein Landesherr es befiehlt. Alle ſolche Prozeſſe über Zauberei und Satanſpuk verbeut der Fürſt von heut an für ewig, weil ſie nur als Denk⸗ mal richterlicher und menſchlicher Verblendung, und als Denkmale des Unſinns unſerer Zeit für die Nachwelt da ſtehen können und werden. Schauet hin! Dort ſteht der Landesgerichtsbote, der ſo eben ankam, und militäriſche