Teil eines Werkes 
5 (1843)
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und trocken, und aus einer Flaſche, die er aus der Tiefe des hohlen Baumes hervor nahm, wo er auch Mantel und Schießgewehr verborgen hatte, ſtärkte der Ohm mit gatem Weine das Lieblingskind, und trock⸗ nete des Mädchens langes, naſſes Haar mit ſeinem Tuche, und ſchlug die Fröſtelnde ein in ſeinen wärmenden Mantel.

Als ſie eine ziemliche Weile ſo geſeſſen hatten, und Alle genugſam geſtärkt und beruhigt ſchienen, der Regen aber noch immer in den Zweigen raſſelte, und die leuch⸗ tenden Blitze und der dumpfe Donner nicht enden wollten, da ſtand der Ohm Werner unruhig auf, trat aus dem Baume, ſchauete eine Weile im wiederkehrenden Sternen⸗ lichte ſich rundum, und ſetzte ſich dann auf den nächſten der großen Steine, den die dichte Laubkrone der tiefhän⸗ genden Zweige der Eiche wie mit einem Schutzdache umzog. Er drehte ſich gegen die Höhlung des Baumes, ſtützte den Ellenbogen aufs Knie und die Stirn in die Hand, und unterbrach das tiefe Schweigen, das Alle gefeſſelt gebalten. 6.

Den Menſchen ſind wir entronnen, begann er mit einer dumpf hallenden Stimme, die recht ſeltſam ſchauer⸗ lich durch das Plätſchern des Regens und das Rauſchen der Baumgipfel tönte; aber die Natur hält uns gewal⸗ tiger auf und feſſelt uns. Doch ſorget nicht, Kinder; die Natur iſt freunvlicher als der Menſch, und ſie ſelbſt wird unſere Flucht bedecken durch den geheimſten Strauch⸗ weg. Ihr Beide ſeid von heute an gelöſet von allen Menſchen, ihr habt nicht Obvach, nicht Heimath; aber Du, getreuer Knabe, ſollſt Dein Opfer nicht ohne Lohn gebracht haben, denn mein ſollet ihr ſein von

heut' an, mein durch Blut und Vertrauen, und ich