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WVillſt Du mit gebundenen Händen im Teiche ſchwimmen und verſinken?—
Aber ich bin ſo unſchuldig!—
Gerade darum ſchickt Gott Dir die Retter, und es wäre Sünde, Gottes Hand von ſich zu ſtoßen.—
Das Mädchen weinte heftig, der treue Burſch drängte ängſtlich. Sie klomm hinaus, kam glücklich auf den gefährlichen Sitz, umſchlang das Seil, und ſchloß, ein Gebet ſprechend, die Augen. Langſam und wohlbehal⸗ ten rauſchte ſie hinab an der Mauerwand, unten em⸗ pfing ſie der Oheim in ſeinen offenen Armen, und bald nach ihr kam auf demſelben Luftwege der brave Geliebte herunter.
Habe ich Dir Dein beſtes Opfer entriſſen, Du böſer Hazzo! ſprach Werner dumpf, indem er mit der Hand zum Schloſſe hinauf dräuete.— Nein, die Horns ſollen nicht ausſterben, aus dieſem Jungfrauenſchooße muß ein neuer Feind Deines Geſchlechtes entſprießen, damit der Haß ewig bleibe! Fort jetzt, Kinder! Ich kenne den Pfad durch das Moor, kenne die Waldwege; aber raſch zu Fuße müßt ihr ſein, denn das Wetter dort links dräuet ſcharf, und es darf uns nicht außer dem Holze überraſchen.—
Mühſam kletterten ſie von der Höhe hinab, und be⸗ traten dann hinter einander, das Mädchen in der Mitte, Werner voran, den elaſtiſchen Moorweg. Aber nicht lange hatten ſie die Flucht fortgeſetzt, ſo umzog das Ge⸗ wölk, mit Windesſchnelle ſich ausbreitend und wachſend, den ganzen Himmel. Tiefe Finſterniß trat ein, zuckende Blitze leuchteten, und der Donner begann zu murren. Gefährlicher und mühvoller wurde der Weg. Das Wan⸗ deln auf dem Moorpfade, durch das Riedgras und auf


