Teil eines Werkes 
5 (1843)
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geworden; die Trennung von der kranken Mutter hatte am meiſten ihr Herz verwundet, da ſie die Hülfsbedürf⸗ tige in der Wartung der rauhen und gehäſſigen Thür⸗ mersfrau wußte. Das Gericht war nicht beſonders hart mit ihr ümgegangen; das Zeugniß des Prädikanten über ihren Wantel, des Junkers Fürwort und ſeine Goldſtücke, vorzüglich wohl die friſche Jugend, die liebliche Kindlich⸗ keit ihrer Geſtalt, hatten die Richter beſtochen. Trotz ihres ſtrengen Läugnens blieb ſie mit der Folter verſchont, ſowie gleichfalls die Mutter durch ein Atteſt des Baders Nepomuk über die Schwäche ihrer Nerven und die Tödt⸗ lichkeit ihrer Krankheit. Jedoch half dieſe Nachſicht ſo viel, wie dem Dürſtenden ein Trunk Meerwaſſer; denn Beide wurden verurtheilt, durch die Waſſerprobe ſich zu reinigen, ſowie dem Hans Bull als Mordbrenner und Zauberer der Tod in Flammen zuerkannt worden. Und alles Das ſollte ſchon am morgenden Tage vor ſich gehen.

Die erſten Strahlen der Sonne ſchoſſen jetzt herauf durch die Roſenflur in Oſten, wie goldene Pfade, die von der Erde zum Himmel die Bahn öffnen; der Anblick des aufſteigenden Weltenlichtes, der blendende Blick in die wunderſame Feuerkugel, die wie eine rieſige Gold⸗ ſpinne ihr Strahlennetz immer größer und weiter aus⸗ ſpinnt über die ungeheuren Weltenräume, hat etwas unglaublich Belebendes und Erhebendes für jede von Angſt und Erdennoth gedrückte Bruſt. Wenn die Nacht mit ihrer Schauerſtille, mit ihren geſpenſtiſchen Geſtalten das Herz immer ſchwerer belaſtete, das Gefühl der Hülfloſig⸗ keit bis zum Unerträglichen mehrte, ſo ſchmelzt der erſte Sonnenblick der Eisrinde; mit dem erwärmenden Strah⸗ lenguß ſtrömt das Vertrauen auf den Weltenſchöpfer, auf den großen Vater aller Weſen in das Herz zurück, und