Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Ein Duett von Poſthörnern tönte ſchloßherein, und eine alte Kaleſche, mit vier ſchweißbedeckten Hengſten be⸗ ſpannt, fuhr in den Hof, und hielt am Portal. Auf dem Kutſchbock ſaßen zwei bärtige Dragoner mit ihren Karabinern zwiſchen den Knieen; im offenen Wagen aber zeigten ſich zwei jüdiſche Geſtalten, ein alter und ein junger Hebräer, die mehre verſiegelte und ſignirte Beutel mit ſichtlicher Sorge in Händen und Augen vor ſich auf dem Rückſitze bewahrten. Als der Wagen hielt, ſprang der Aelteſte der Reiſenden mit Federleichtigkeit heraus, befahl etwas ſtrenge und wortreich, und ſtürmte dann ins Schloß, treppan, und gerade in das Zimmer des Edelherrn, das ihm bekannt ſchien.

Hinaus, unreines Thier! tobte der Herr ihm aus

ſeiner Halbohnmacht entgegen. Hinaus, Ungläubiger, denn es klebt und ſaugt genug des Geſchmeißes an mei⸗ nem Leibe und meiner Seele!

Der Hebräer hüllte ſich feſter in ſeinen dunkeln Leib⸗ rock, und nahm, mit einem krebsartigen Rückſchritte, die hohe Pelzmütze von dem ſchwarzbärtigen, vergelbten Haupte. F

Es iſt Elias, der Kammerjude! fiel der Junker milde und zurechtweiſend in des Vaters harte Anrede.

Ja, mein Jünkerche! erholte ſich der Hebräer, tief Athem ſchnaufend, bin Elias, der Kämmerling Sr. Durchlaucht, welche kein unrein Geſchmeiß leiden in Dero Schatzkammer, und kein ſchmutzig Unthier in Dero Schlößche. Aber, welch ein Empfängnuß war mir das, der ich doch bringe große Botſchaft, wichtige Botſchaft in dies Dörfle, den Segen des Herrn Ze⸗ baoth, den größten Segen des Herrn der Heerſchaaren.

Laß hören! Und dann hinaus, daß ich allein bin Blumenhagen. V. 31

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