Teil eines Werkes 
5 (1843)
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kaum den Kinderſchuhen Entwachſenen der alte Graf von

den Gütern in die Reſidenz, nahm ihn bald darauf mit

ſich in die Kriege gegen die Perſer und Osmanen. Im Lager erwuchs der Knabe zum Jüngling, und der Jüng⸗ ling, kaum den erſten Flaum am Kinn, that ſich män⸗ nergleich hervor, und ſtieg unglaublich raſch in den Wür⸗ den der Krieger empor. Alle Tugenden des Ritters und Edelmannes waren Muſter in ihm; nur ein wilder Jäh⸗

zorn, zerſtörend, wie des Veſuvs Ausbruch, doch auch

eben ſo ſchnell verlodert, beſchattete manchen Moment ſeines hellen Lebens, dem Feinde verderblich, und die Freunde in Mißtrauen und Vorſicht erkältend und ab⸗ wendend. Die Welt war ſein; zu dem Größten glaubte ſich berufen der ſtolze Alexiew, ſein Vater achtete ihn als Freund und Kriegskamerad, und ſo kümmerte ihn wenig, daß er allein ſtand, auf ſich ſelbſt gelehnt und auf des eigenen Gemüthes Kraft. Härter ſollte gar bald er das Alleinſtehen fühlen. Die Gräfin ſtarb; eine

alte Schlachtwunde warf den Vater auf ein langwierig

Siechenbett, und da erfuhr der junge Mann ſein Geſchick und die Bedeutung der goldenen Kette, die er auf Be⸗ fehl der Mutter immer am Halſe getragen, und die unter den Waffenbrüdern ihm den Namen Torquatos verſchafft hatte. Der ſterbende Graf wollte die Erbgüter der Familie nicht entziehen, doch ſein anſehnliches Ver⸗ mögen, und das Teſtament der Pflegemutter, welche dem geliebten Findlinge all das Ihrige ſchenkte, verblieb dem

Verwaiſeten, als er in der Gruft einer ihm ſo theuren und doch zugleich ſo fremden Familie zwiſchen zwei be⸗ thräneten Särgen ſtand, und nun plötzlich empfand, wie es drückt, wenn der Menſch einſam iſt unter Millionen, und in einer kalten, ihn angrauſenden Welt.—