Teil eines Werkes 
5 (1843)
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den kleinen Unglücksſohn an den Wagen tragen. Feine Windeln, ein golden Kettchen am Halſe, machen die Theilnahme für den Findling ſteigen; die kinderloſe Dame wird doppelt bewegt für ihn in Abſcheu über die Un⸗ menſchlichkeit der unbekannten Mutter, in Mitleid über den hülfloſen Zuſtand des ſchwarzköpfigen Kleinen, der ſie im Mondenlichte mit großen Augen anlächelt. Sie nimmt die Waiſe auf ihren Arm, und ein Zeichen des himmliſchen Wohlwollens in ihm ſchauend, ja ſelbſt in Angſt, das im Augenblick ihr lieb gewordene Unterpfand göttlicher Gnade zu verlieren, gibt ſie Befehl zur Fort⸗ reiſe. Auf des beſonnenen Grafen Befehl durchſpürt der Koſak und die Dienerſchaft mit den Hunden die nächſte Gegend. Nirgend erkunden ſie ein menſchlich Weſen, obgleich ſie bis an die Mauer der Burg und bis an die Wälle einer Stadt die Unterſuchung fortſetzen. So geht nun der Reiſezug raſch dem Ziele zu, und der kleine Italiener vertauſcht bald den warmen, vrangenumdufte⸗ ten Schvoß ſeiner Geburt mit der froſtumringten Wiege im Lande der Sarmaten.—

Unbekannt mit den Verworrenheiten ſeiner erſten Schickſale, erwuchs Alexiew als anerkannter, im Aus⸗ lande geborener Sohn des Grafen Lieben. Die ſorg⸗ ſamſte Erziehung entfaltete früh, was die Natur in ihn gelegt. An der frühern Entwicklung des Leibes, wie des Geiſtes, verrieth ſich die italiſche Abkunft ſowohl, als an der ſüdlichen Zeichnung des Geſichts, am brennenden, dunkeln Auge und dem ſchwarzen Lockenwalde, und ſetzte die Gräfin manchem freundlichen Scherze ihrer Ver⸗ wandten, mancher heimlichen, ſcharfen Verleumdungsrede der Nachbarn aus. Der Knabe wurde ein junger Her⸗ kules, kraftvoll, kühn und muthwillig, und ſo nahm den