Teil eines Werkes 
5 (1843)
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ihrer entäußern, ſei es, durch welches Mittel es wolle; mir hat er Herz, Hand und Thron beſtimmt. Du wareſt die Hoffnung, mit der ich die Botſchaft ertrug; Deiner Liebe Gewißheit gab mir die Kraft, daß ich nicht ohn⸗ mächtig verzweifelte; nun hilf Du auch; ſorge! Schütze die Geliebte! Denn der Herzog iſt mir fürchterlich, da ich ihn kenne.—

Herzog! Herzog! knirſchte Alexiew, indem er die Hand an die linke, jetzt waffenloſe Hüfte legte. Er iſt in meiner Hand ſeit heute. Eingefangene Spione, feind⸗ liche Depeſchen liefern ihn in meine Haft, ſobald ich mag. Ich ſchonte ihn bislang; ſchonte ihn gerade heute, wo ich der Fürſtin nahe ſtand, zum erſten Male, und ſie mir erſchien wie einer Mutter Bild, und ihre Schwer⸗ muth mein Gemüth mit räthſelhafter, inniger Theilnahme umfing. Sorge drum nicht, mein holder Liebling! Laß mich walten unter des Schickſals Schutze! Die Gewalt iſt mein. Der Krieg, ſonſt der Feind aller Menſchen, iſt unſer Freund, unſer Bundesgenoß, denn er löſet der Herrſchaft Bande, zerſchlägt des Geſetzes Tafel, und hängt Krone und Recht an die Schwertſpitze des Tapfer⸗ ſten. Eile zur Fürſtin; entdecke ihr Alles, und erzähle ihr auch meines Lebens kurze Geſchichte, wie ich ſie Dir jetzt erzähle.—

Auf einen Marmorſitz zog der Jüngling das horchende Mädchen, und mit wachſendem Staunen vernahm ſie ſein Wort.

Nicht des Nordens rauhere Flur war des Grafen Heimath. Italien hatte des Knaben erſtes Weinen ge⸗ hört; doch kannte er weder ſeine Eltern noch den Ort ſeines Werdens. Gleich dem Romulus, verſtoßen von der Mutter Bruſt an das ufer eines verſchlingende