Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Deine Seele auch ausgießen ihren hellen Tag, damit Du unbefangen vleibſt und unbekümmert in der Nacht, welche uns aufſteigt, und die nur kurz ſein wird.— Unbekümmert? Und Du in Schwertern und unter Geſchoſſen? lallte das Mädchen, faſt geknickt von der Gewißheit. Tauſend Kugeln werden fliegen; ach! nur einer bedarf's, um mein Alles zu verderben.— Günſtig iſt dem Liebenden der Himmel! lächelte Ale⸗ riew. Dein Bild auf meiner Bruſt iſt ein Talisman gegen den Tod, wie Dein Bild in meiner Bruſt ein Talisman iſt gegen Sünde und Hölle! Ich liebe Dich innig, heiß, ewig, wie Du mich liebſt, und doch wünſche ich Schlacht und Zerſtörung, denn nur darin kann ich

gewinnen, was mich Dein werth macht, was Deinen . Beſitz und ſeine Sicherheit mir zuſagt. Nur aus dem Chaos des Kriegs kann unſer Paradies ſich geſtalten; nur mein Schwert kann mir das Höchſte bringen. Die Zeit dränget; dies iſt vielleicht die letzte ungeſtörte ſelige Stunde zwiſchen uns. Höre drum genau, und folge! Unſere Liebe bedarf Schutz und Freundſchaft. Die Her⸗ zogin erfahre noch heute Alles von Dir, was zwiſchen uns war und ewig ſein wird.— Die Herzogin? fragte kopfſchüttelnd Giovanna. O, was vermag ſie, die ſich ſelbſt nicht ſchützen kann! Du haſt recht, die Zeit drängt. So wiſſe auch Du denn, was ich ſo gern verſchweigen möchte.— Der Herzog verfolgt mich. Ich ahnete ſeine Meinung kaum.— Va⸗ ſaldo, ſein Vertrauter, ſprach ſie mir aus vor Kurzem. Er haßt ſeine Gemahlin, meine Tante. Eine ſeltſame Trauer ſchied ſie von ihm ſchon lange; er meint, ſie klage um eine verlorene Liebe ihrer Jugend, und ſo ſteigt ein Haß mit jeder ſinkenden Sonne. Er will ſich jetzt