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deren lieblichem Antlitze Schreck und Angſt ſich miſchten, und die mit milden Klagetönen ihr weißes Tüchlein bot zum Verbande der tödtlichen Wunde. Beider Augen trafen auf einander; ein Gefühl bewegte ſie; der Au⸗ genblick entſchied für zwei Leben und zweier Weſen Glück.
Heimathlich iſt überall der Krieger; ſein Haus iſt die Welt, die ſein Schwert beherrſcht; ſo war auch nach einer kurzen Woche Alexiew einheimiſch geworden in fremder Stadt und Burg, in einer Voche heimiſch ge⸗ worden im fremden Herzen, und wenn die erſte Liebe die ſcheueſte iſt draußen unter fremden Augen, und wenn ſie die Myſterie am heimlichſten birgt, weil ſie ihr noch die heiligſte iſt, ſo iſt auch die erſte Liebe oft die kühnſte unter vier Augen, denn ſie bedarf nicht der Worte Schmuck, und ſie kennt noch nicht das ſchlaue Kampf⸗ ſpiel zwiſchen Eros und Anteros, und der Verſtellung kokettirendes Abſtoßen und Anziehen. Die erße Einſam⸗ keit gab die volle Weihe der Seligkeit den beiden Glück⸗ lichen, ungeahndet von der Umgebung, die, von vielfachem irdiſchen Intereſſe bewegt, keine Sinne hatte für der Gefühle farbenſpielende Aurvra; nur die Eiferſucht in des Herzogs Bruſt ahnete und bewachte mit ſtillem In⸗ grimme den jungen Tag dieſer verhaßten Liebe.
Die Orangen ſchatteten und goſſen berauſchenden Duft herab; der ſchlanke Oleander warf hochrothe Blü⸗ ten zum Brautkranze nieder; ſanfte Melodie plätſcherte im Silberſtrahle des Springbrunnens. Giovanna lag an des Mannes ſtarker, hochpochender Bruſt.— Iſt es denn? fragte ſie bang bewegt. Nahen die Schrecken 2 Und mußt Du hinaus, Geliebter?—
Es iſt! antwortete glühenden Auges der Kriegsheld. Doch iſt meine Seele frei und leicht, und ſoll über Blumenhagen, V. 2


