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Herz und Adern; eine tiefe Angſt, die faſt wie eine Freude ſich fühlte, ergriff ihn, und er hätte die fremde Dame an ſeine hochpochende Bruſt reißen mögen. Wehmüthige Erinnerungen an ſeiner Kindheit Schickſale ſtiegen vor ſeinen naſſen Augen auf, ſo küßte er inbrünſtig die Hand der Fürſtin, als wäre es ſeiner Mutter Hand, und führte ſie ehrerbietig bis an die Gallerie vor ihren Zimmern.
Hoch ſtand die Sonne, und die Menſchen flüchteten ſich in die kühlſten Steingemächer des Hauſes, in träger Sieſta den Druck des Mittags vorüberziehen zu laſſen. Graf Lieben ſuchte die Schattengänge des Orangenhölz⸗ chens im Schloßpark. Er wollte für die wundenden Em⸗ pfindungen der Morgenſcenen, die ſein Leben niedergedrückt hatten, ſich weckenden Reiz und ſtärkende Erquickung holen, da ſein Daſein all ſeiner angeborenen Kraft bedurfte für die hereinbrechenden Sturmtage.
Unter der tief herabhangenden Thränenweide am plät⸗ ſchernden Marmorbaſſin wartete ſchon des herrlichen Man⸗ nes die ſchnell und kühn erworbene Geliebte, Prinzeſſin Giovanna, die Nichte der Herzogin.
Und ſie iſt ja überall die Verſöhnerin, die Allmächtige über dem Schickſale, ſie, die ſeelverknüpfende Liebe!— Ihr Blick hemmt den blutigen Siegesſchritt des Helden; den Barbaren zähmt ihr Schmeichelwort, und entflammt den Knaben zur Gigantenthat; ſie macht eine Blume zum goldenen Vließ, der glühenden Argonauten Preis, und
in ihrem Netz gefangen wird der Klügſte ein tändelnd Kind, und vergißt in ihrem Geheimniſſe glücklich alle
Poſterien der Wiſſenſchaft und Staatskunſt; der Licht⸗ ſtrahl ihr Flügelroß, und der Gedanke ihr Geſandter;
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