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wiegt nicht den Schwertſchlag allein, ſondern er ſchmückt auch mit dem Ordensband die menſchliche Empfindung und den Edelſinn. Und hat dieſe Dame nicht in einer Stunde ihren Becher zurück, den beſcheidenen Wunſch eines heiligen Gefühls, ſo laſſe ich meine bärtigen Lan⸗ zenmänner ſuchen in Eurem Todtengewölbe, und dann möchtet Ihr am Abend weder Becher, noch Goldtruhe, noch Diamantendiadem wiederfinden.—
Raſch verließ der Herzog die Kirche; Ritter Vaſaldo folgte ihm mit ſcheuen Blicken. Auf den Arm des Be⸗ ſchirmers ſich ſtützend, richtete ſich die Herzogin wieder empor.
Ich danke Euch! ſagte ſie mit faſt gehrochener Stimme. Theilnahme iſt Balſam für Wunden der Seele, obgleich die Eurige mein Schickſal nur verſchlimmern wird. Haltet mich nicht für eine Thörin, oder eine Kindiſche, wie der grauſame Mann mich nannte, dem ich Alles opferte, Seelenruhe ſogar und Seligkeit vielleicht. Der Becher, welchen ich forderte, iſt mir ein Heiligthum, wie Altar⸗ kelch und Hoſtie. Ein geliebtes Kind trank daraus den erſten und den letzten Erdentrunk. Die Stunde, welche es brachte, nahm es auch wieder. Nicht einmal ſein Grab iſt für mich da, um mir ein Altar zu ſein für meine Schmerzesopfer. Der Silberbecher iſt Alles, was ich von dem geliebten Weſen habe. Ihr tragt ein Herz unter dem Stahlpanzer, ſo haltet Ihr auch gewiß der Mutter Anhänglichkeit an ſolch ein Kleinod für keine Träumerei.—
Der kindliche Ton und der demüthige Blick der hohen Frau machten das Gemüth des jungen Kriegsmannes ſo weich, daß er mühſam ſeine Zähren zurückhielt. Seltſame, unerklärliche Gefühle hemmten die heißen Blutwellen in


