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Gedächtniß an ein gar liebes, heißgeliebtes, verlornes, ewig beweintes Weſen.—
Ihr ſollt nichts lieben, ſollt nichts beweinen, tobte der Herzog auf. Das iſt der Skorpion in meinem Bett! Dieſer Jammer ohne Sprache deutet Verbrechen gegen mich. Dieſe ewigen Thränenfluten haben die Freuden⸗ feuer meines Hauſes ausgelöſcht. In dieſer ewigen Buße iſt alle Liebe geflohen und an der Langeweile geſtorben wie ein ſchwindſüchtig Mädchen an verhaltener Begier.—
Giacomo! lallte die hohe Frau, nur etwas das edle Haupt erhebend, wüßtet Ihr, was Ihr ſprecht! O, ich leide ja nicht durch mich allein; ich trage für den, der mich peinigt, und mein Schweigen iſt die höchſte Liebe für ihn.—
Raſende! mit dem Räthſelwort könntet Ihr auch mich raſend machen zuletzt! fiel er ein. Ich kenne Eure Schritte alle, ſeit ich die Krone theilte mit Euch. Ihr ſeid reines Wandels. Alſo iſt dieſe verhaltene, ſtille Liebe die Neigung einer Närrin zu einem Bilde, und Ihr ſeid mir verächtlich drum geworden. Geht in Eure Bet⸗ ſtube und rutſchet die Kniee wund, bis der Verſtand in der Körpermarter geſundet. Geht!—
Nein, ich gehe nicht! ſprach ſie heftig. Was ich liebe, müßtet auch Ihr lieben in Schmerz und Raſerei, wie ich, kenntet Ihr es. Was ich liebe in Gram und blu⸗ tigen Thränen, ſeid Ihr ſelbſt und nichts Anderes. O, gebt mir meinen Becher, das einzige Ueberbleibſel der höchſten und ſchrecklichſten Stunde! Gebt mir ihn, oder ich ſchwöre hier vor Gottes Antlitz, keinen Trank wieder zu mir zu nehmen, und der Gruft mich zu opfern, wo mein Liebſtes ruht bei den Todten!—
So ſterbt, und macht mich los von verhaßter Kette,
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