Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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lachte nicht mehr, aber trank auch. Da nahm der Dok⸗

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ſie nicht ganz in meine Definition, und ich habe den Geſchmack an ihr verloren.

Fürchteſt Du vielleicht die mürriſchen Kritiker? lächelte der Kammerjunker, die, ſtatt daß ſie ſonſt an Deinen hiſtoriſchen Erzählungen zu viel Erfindung tadelten, die⸗ ſes Mal über das Gegentheil mäkeln möchten? Oder ſcheuſt Du Dich, weil das Hiſtoriſche davon zu neu iſt und doch Lebende unſanft berühren dürfte?

Nicht das iſt's, entgegnete William, nachdem er mit Haſt und gleichſam als Arzenei gegen ſeine innerſte Er⸗ kältung, ſich ſelbſt bedienend, zwei volle Römer des Feuerweins hinabgeſtürzt; was das politiſche Journal und die Aarauer Blätter frank und nackt der Welt zu leſen geben, darf, gemildert und umſchleiert dazu, un⸗ getadelt im Reich der Novelliſtik erſcheinen; auch kennſt Du wie ich aus der Revue encyclopédique den Aus⸗ ſpruch des Kaiſers Alexander an den ängſtlichen Hiſtorio⸗ graphen. Schreibt, ſprach er, ich will, daß mein Volk die Geſchichte ſeines Landes kenne.

Nun was hindert dann? fragte der Edelmann lachend.

Du lachſt die Grillen fort, ich trinke! antwortete William. Aber uns Beiden geht Beides nicht von Her⸗ zen, und ich werde nicht ſchreiben, weil wir Beide doch gar zu armſelige und bemitleidungswürdige Figuren in der Novelle präſentiren würden. Herr von Deventer

tor Oſiander das Wort.

Ich weiß, warum es ſich handelt, ſagte er freundlich, denn der gnädige Herr haben geplaudert. In den Abend⸗ ſtunden, wo die Meiſten ihre Zeit der Karte opfern oder ſich Indigeſtionen an der Tafel gewinnen, pflege auch ich mit der Muſe zu tändeln, und zuweilen war die