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ſollen ruhen.— Ihm fehlte eine Kathinka zu Schutz und Führung, fiel der junge Krieger voll Feuer ein; der Engel fehlte auf ſeinem Wege, und ohne den ſtrauchelt *3 der Beſte.— Feſter ward ihre Umarmung, und die achtſame Baronin, die ſich von allen Anweſenden am beſten auf das Menſchenherz verſtand, winkte unbemerkt den Männern zu; leiſe ſtahl ſich Einer nach dem Andern
aus dem Zimmer, und die Glücklichen blieben allein. Aus der erſten Stunde ihres wiedergewonnenen Glücks wollen wir nur dem Leſer verrathen, was zur Ent⸗ wickelung unſerer Erzählung nöthig wurde. Am Tage nach jener ſchrecklichen Nacht hatte der Major, ſobald der Dienſt ihn frei ließ, ſeine Kathinka aufgeſucht. Mit Entſetzen ſah er den blutigen Leichnam, hörte die Ab⸗ reiſe der Geliebten; ohne Bedenken meldete er dem Va⸗ A⸗ ter den Vorgang, und folgte ſogleich der Spur der Flüchtlinge, um jedes Loos mit ihnen zu theilen. Er verlor aber bald die Richtung, weil Stenko nur ihm bekannte Abwege genommen, und da er auch in Berlin nichts von ihnen erfuhr, ſo durchirrte er ganz Deutſch⸗ land, und die Verzweiflung ergriff ihn bei dem Gedan⸗ ken, daß der trotzige, felſenfeſte Greis, nur ſich ſelbſt vertrauend, über das Weltmeer geflohen ſei, und das Opfer der Tochter durch des Vaters Härte ein ewiges geworden wäre für dieſe Erde. Indeſſen hatte man in Petersburg Taſchwills Palaſt durchſucht und jenen War⸗ nungsbrief gefunden, der Kathinka's zitternden Händen entfallen war. Durch ſeine Flucht und das Blatt wurde der Major der Theilnahme des Mordbundes verdächtig, und ſein Vater ſelbſt drang bei dem Kaiſer auf ſeine *5 Verfolgung, ließ ſich ſelbſt als Arreſtant bewachen, bis die Gerechtigkeit des Gerichtshofes die Unſchuld Beider


