Namen? Wer wagt in meiner Gegenwart die Familie verflucht zu nennen? Lügner, Verleumder, Meuchler nenne ich den Schimpfredner. Ich bin, wie Sie, Mili⸗ tär, mein vielwiſſender Herr, bin Major im Dienſte Seiner Majeſtät des Kaiſers von Rußland, und Sie werden darum wiſſen, was zwiſchen uns ſtatt haben muß.—
Stutzig war der Lieutenant aufgeſprungen, hatte ſich zu dem Angreifer gekehrt und ſeine Angriffsworte ange⸗ hört. Mit einem leichten Lächeln auf den runden fri⸗ ſchen Wangen maß er jetzt die ganze Geſtalt des Frem⸗ den, nahm dann Dienſtmütze und Säbel vom Tiſch, und erſuchte den Feindſeligen höflich, ihm in das Neben⸗ zimmer zu folgen. Die Geſellſchaft verſtummte, ſtarrte die Beiden an, wie ſie neben einander durch den Salon ſchritten, aber Keiner hatte Luſt, oder fühlte ſich berufen, in ſo ernſter Sache einzuſchreiten, oder gar neugierig nachzugehen. Im leeren Nebengemach legte der Drago⸗ ner harmlos ſeine Waffen nieder und ſteellte ſich unbe⸗ fangen vor den Fremden, der mit blitzenden Augen ſei⸗ nem ſeltſamen Benehmen zuſah.
Herr Major, begann der Lieutenant, die Arme zu⸗ ſammenſchlagend, in ruhiger Stellung, Sie haben mich gefordert; ſcharfe Zähne beißen gern, und ein braver Soldat ſchlägt ſolch ſeltenes Feſt nicht aus in Friedens⸗ zeiten. Indeß wiſſen Sie auch aus dem Militärregle⸗ ment, daß Arreſtanten ſich nicht ſchlagen dürfen.—
Was ſoll die Ausflucht? fuhr der Major auf. Kom⸗ men Sie vors Thor, wir holen Degen und Piſtolen aus meinem Hotel. Sie tragen Waffen, und ſind alſo nicht Arreſtant.—
Aber Sie, mein Herr Graf Solikow! ſiel feſt und


