Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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Herz erwartet; er fand eine ſtille Trauernde, voll Er⸗ gebung in die Fügung der ewigen Vorſicht, heldenmüthig tragend die Dornenkrone des Schickſals, des unaus⸗ weichlichen. Mit einem Blicke, der ſteinerne Herzen ge⸗ ſchmolzen im Witgefühl, reichte ſie ihm die feine Hand entgegen, und eine leichte Röthe flog über die leidenvolle Wange. Da iſt er! ſagte ſie mit einem Tone des Ver⸗ trauens zu der Edelfrau, die betrübt neben ihr ſaß. Ihn rief der Vater zuletzt, und er verläßt uns nicht, bis es vollendet ſein wird. Arme Fürſtin! entgegnete der Aſſeſſor mit Herzlichkeit, indem er die dargereichte Hand an ſeine Bruſt preßte. Ich habe ihn geſehen. Er ſteht jetzt über dem Leid und der Erde, und der Tod hat wie ein vorſichtiger Freund ihm Alles erſpart, was ſein Schickſal noch härter und qualvoller hätte machen können.

Was der Himmel verhängt, iſt gut! antwortete Ka⸗ thinka, das Köpfchen demüthig niederſenkend zu dem ängſtlich ſchlagenden Buſen. Seine liebſten Kinder züchtigt ja der unſichtbare Vater, damit ſie über das Irdiſche nicht das. Ewige vergeſſen ſollen. Er iſt heim⸗ gegangen ohne Prieſtergruß, ohne den heiligen Löffel voll Wein und Brod, ohne die ſtärkende Salbung ge⸗ weihten Oels; aber Oel und Wein ſind ja der Erde gehörig, und ihre Wirkung iſt nur für hier. Auch mein wird der Ewige gedenken in den Tagen meines Jam⸗ mers; er wird die Waiſe, die Bettlerin auf fremdem Boden, die Verſtoßene, fern von der Heimath nicht ver⸗ laſſen; ſchickte er mir doch ſeine Engel ſichtlich, hier die Mutter, und da den Freund. Weinend reichte ſie Bei⸗ den die Hände.