Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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die Dulderin, die als das Muſterbild einer guten Toch⸗ ter glänzte, legte er ſich einige Stunden nieder; aber der Schlaf floh ihn oder quälte mit ſchrecklichen Träu⸗ men ſeine überfüllte Phantaſie, und am Morgen wurde er ſogar vom Schlummer geſpenſtig aufgeriſſen, indem er ſeinen Namen von einer fremden Stimme auf eine gar ſchauerliche Weiſe gerufen glaubte. Ruhelos auch dann noch, als der freundliche Herbſttag in ſeine Fenſter blickte, und den nächtlichen Spuk von ſeinen trüben Au⸗ gen wegſcheuchte, ließ er ſich ein Pferd holen und beſchloß den gewohnten Ritt nach dem Landhauſe der Baronin. Aber immer gelinder fühlte der Gaul Sporn und Zügel des Reiters, je näher derſelbe der Gegend kam, zu wel⸗ cher ihn das Herz zog. Grauen und Entſetzen packte ihn, wenn er ſich dachte, daß er den Fürſten Taſchwill wie⸗ derſehen ſollte; das ohnehin widerwärtige Geſicht des Alten erſchien ſeiner Einbildungskraft wie eine Teufels⸗ fratze, und es war ihm, als wenn die Nähe deſſelben auch ihm nur Schrecken, Mord und Verderben bringen oder bereiten könnte. Faſt abſichtlos wählte er die wei⸗ teſten Feldpfade und Holzwege, und ſo geſchah es, daß er, da er am Mittage ausgeritten, erſt mit der frühen Dämmerung eintraf, und ſein Pferd ſogleich vorn am Stalle dem noch immer Wacht haltenden Landdragoner abgeben konnte, ohne von den Hausbewohnern bemerkt zu ſein.

Langſam ging er über den Hof in die offene Pforte des Gebäudes, und ſtieg mit bedrücktem Herzen die breite Hauptſtiege hinauf, als eine dunkle, zuſammen⸗ gedrückte Geſtalt die Stufen ihm entgegen herabſchlich, mit der einen Hand ſich am Geländer ſtützend, mit der andern den weiten Leibmantel um Kopf und Bruſt,zu⸗