Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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meines Meſſers nicht für den Mörder von hinten her, und der Hanf für ihn wird ſchon zum Strange irgendwo gedreht werden.

Mit Verlaub! rief eine furchtbar tiefe Baßſtimme hinter ihm, und des rieſigen Riddag's Fauſt griff über des Müllers Schulter nach dem Henkelkruge, und ſtreifte in ihrer Breite dem Erſchrockenen die Pelzmütze vom kahlen Haupte.

Iſt das eine Manier, ſo tölpelhaft zuzulangen? fragte dieſer erbost, nachdem er ſich, während Riddag in langen Zügen trank, vom Schreck erholt hatte..

Riddag trank ſich ſatt ohne Störung, dann drehte er den Krug um und ließ den letzten Tropfen auf den Na⸗ gel ſeines linken Daumes laufen, und ſtellte das Gefäß, freundlich mit dem Kopfe nickend, wieder auf den Tiſch. Ihr gewaltiger Steinmüller, ſprach er dann, ſich mit beiden Fäuſten auf den Tiſchrand ſtemmend und mit den wilden, in tiefen Höhlen glühenden Augen den Müller anſtarrend; ſagt mir, habt Ihr ſchon einmal einem Wehrmanne von vorn Euern Flamberg in den Wanſt geſtoßen?*

Scheu blinzelte der Müller zu ihm auf und verſetzte: Wie meinſt Du das, Du ungeſchliffener Geſell? Und was ſoll ſolche Frage an den Herrn dieſes Hauſes?

Ihr wißt, ich bin eben nicht neugierig, antwortete kaltblütig Riddag, aber ich trank eben auf Tod und Verderben jedes verrätheriſchen Buben, der ſich unter⸗ ſtehen möchte einem Gewiſſen, der ihm gegenüber ein Engel vom Himmel iſt, ein Bein zu ſtellen. Sollte ein Gewiſſer gegen einen Gewiſſen ſolch eine Büberei im Schilde führen, ſo würde ich ihm von vorn her entgegen⸗ treten, und meine ſcharfe Klinge würde eine Thür in