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der Obrigkeit wie ein Nebellicht dicht vor den Fanghän⸗ den zu zerfließen.
Furchtbar rollten des Jahn's Augen, als ich meinen Spruch beendigt hatte.„So haſt Du noch Dich nicht geſättigt im Blute, böhmiſche Bärin!“ rief er mit einer Sturmſtimme.„Habe ich denn nicht bezahlt mit meiner Habe, mit allem, was das Schickſal Herrliches in meine Wiege legte, habe ich denn nicht bezahlt mit meinem gan⸗ zen Erdenglücke, was der Wahnſinn des Ehrgeizes, des Zorns mich begehen hieß?— Du haſt Recht, Vater,“ ſetzte er dann milder hinzu,„dieſes gute Weib und was ſie unter dem Herzen trägt, ſoll nicht auf dem Schaffot verbluten, ſoll nicht wimmern und tauſend Tode ſterben unter dem Rade, worauf der zerſchlagene Gatte lang⸗ ſam ſich verzehrt. Aufbrechen wollen wir noch in dieſer Nacht; gib dem Riddag nur die Kenntniß der Wege, gib ihm ein Zeichen an den Ohm; er iſt der treueſte Spürhund in Deutſchland und verfehlt keine Fährte, worauf des Weidmanns Hand ihn geleitet.“— Ich be⸗ ſorgte mit dem Langen alles, was nöthig, füllte die Speiſebeutel und ſchied Abends von der Tochter, die mit ihm heraufzog zu Dir und die ich heute ſeitdem zum erſten Male wieder ſegnete.—
Der Müller Thomas ſchob, während der Bruder ſprach, ſeine Iltismütze von einem Ohre zum andern, und ſein Kürbißgeſicht bekam unglaublich ſcharfe Züge, und um die aufgeworfenen Blutlippen entwickelte ſich langſam eine ſataniſche Freundlichkeit. Hoho! ſagte er; ſteht es alſo um den Herrn Ritter von der Landſtraße? Iſt er wund am Gewiſſen und weiß den rechten Balſam nicht für die Wunde zu finden, und reißt wie ein läp⸗ piſcher Knabe ſelbſt am Verbande? Dann bedarfs freilich
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