Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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bedankt hätte für die zugedachte Gnade. Nun, ich ſprach das Jawort und bald ſtanden wir am Altare, wo ein alter Mönch, von einem Laienbruder unterſtützt, das Sakrament vollzog. Aufgefallen war mir bei der heili⸗ gen Handlung, daß der Bräutigam ſein Geſicht faſt ganz in den kurzen Mantel, welchen er trug, verhüllt hielt, daß er ſich mit verſtellter Stimme Jahn von Stuckard nannte und ſich für einen kaiſerlichen Hauptmann aus⸗ gab; jedoch unſer einer war gewohnt nirgend die Brü⸗ der auf gerader Straße marſchiren zu ſehen; meine Heilewich ſchien glücklich und froh wie eine Selige, und der Jahn hatte alles, was wir und Unſersgleichen be⸗ dürfen, um Weib und Kind durch die Welt zu fechten. So achtete ich nicht weiter darauf, und das alte Leben ging eine lange Zeit wieder ſo hin, wie wir es gewohnt geweſen. Da ereignete ſich aber ein ſeltſamer Vorfall. Mehre Geſellen von uns, die ſich in die Marktflecken wagten, um auf den Meſſen ihren Vortheil zu erſehen, brachten die Nachricht heim, daß man uns nachſpüre, und das vorzüglich eines Menſchen wegen, der von edler Geburt ſein ſolle, aber als ein der Reichsacht Verfalle⸗ ner von der Blutrache der kaiſerlichen Gerichte verfolgt werde. Die Beſchreibung des Aechters paßte Zug um Zug auf meinen Schwiegerſohn, und da ich ausſpionirte, wie einige der ſataniſchen Geſellen ſchon unter einander wisperten, ob es nicht beſſer ſei, den Mörder auszu⸗ liefern und hohen Preis zu verdienen, als vielleicht die ganze Genoſſenſchaft um ſeinetwillen verfolgt und auf⸗ gehoben zu ſehen, ſo entdeckte ich dem Jahn und der Heilewich, was vorging, und rieth ihnen, herauf in das Weſtphalenland zu ziehen, ſo den verrätheriſchen Bur⸗ ſchen aus den Augen zu ſchwinden, und den Spionen