Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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und uns unfreiwilligen Zins abgeben mußte. So kam auch eines Abends es mögen jetzt drei Jahre und drei Monden ſein der dürre Elterbecker, der ſich von je zu mir gehalten, ſchnaufend in die einſame Herberge, wo wir Nachtlager ſuchen wollten, und rief uns auf zu einem Fang, der für Monden Beute geben ſollte. Zwei Mönche hatte er ausgewittert, die auf ſchmalen Gebirgs⸗ wegen ſich von einem Hirtenknaben führen ließen. Wir lachten den Gauch aus. Bettelmönche ſind's ſicher ſpöttelte ich, barfüßige Kapuziner, und Du magſt ihre grobe Kutte, mit allem was drin und daran hängt, für Dich behalten. Da ſchwur der Elterbecker aber bei

ſeinem rothhaarigen Schädel, er habe ſie belauſcht, als

ſie ängſtlich den Knaben gedungen, und habe mit ſeinen grauen Habichtsaugen bei dem Herausziehen der Börſe geſehen, wie der eine der Mönche eine goldene Ritter⸗ kette unter der Kutte getragen, und gehört, wie der andere mit einem verborgen gehaltenen Schwerte gegen die Steinwand gefahren ſei, daß die Eiſenſcheide hell am Kieſel erklungen. Verkappte Flüchtler von edler Geburt und vielleicht mit reichem Schmucke angethan unter dem Mummenſchanz wären die verſtohlen im Gebirg ſchlei⸗ chenden Pfaffen, und guter Gottesſegen für unſere aus⸗ geſchmauſeten Querſäcke. Auch mich machte der dürre Gaudieb lüſtern, und ich brach auf, mein Theil zu ver⸗ dienen, wenn's der Mühe werth ſein möchte. Zwei Ge⸗ ſellen des Elterbeckers hatten, kühner als der Windhund, ſchon Vorhand gehalten und friſchweg die Würfel gewor⸗ fen. Fern ſchon klang uns Waffengeklirr entgegen, und als wir zu einem düſtern Fichtenholze kamen, ſahen wir eine tüchtige Blutarbeit, die nicht zu Gunſten der Unſrigen ſich neigen wollte. Mönchskatten trugen freilich die