ehrlich die Beute, und keiner murrte und muckſete über meinen Ausſpruch. Ich litt nicht, daß hier in der Nähe irgend etwas geſchah, was die Aufmerkſamkeit der Rit⸗ tersleute in den nahen Burgen auf meinen Dachsbau ziehen möchte; draußen, wo es Krieg gab, wo irgend ein Stift oder ein Stammhaus eine Fehde durchfocht, da mußten die Jungen hinaus, als Kriegsleute marodiren, und gab man ihren Geſichtern keinen Glauben und Dienſt, als Freibeuter auf der Fehder Namen brennen und grei⸗ fen. Kamen ſie heim, ſo ſpielten ſie das ehrlichſte Sol⸗ datenvolk, und weder der Gaugraf, noch die heimlichen Freiſtühle hatten ein Arg, daß die Burſchen unter dem Kriegskittel eine Wolfshaut trugen. Da kam der fremde Jahn hier an mit dem Pergamentlein von Dir aus der Schweiz, das ihm gut Quartier in meiner Mühle machen ſollte. Gefiel mir auch ſeine ſtolze, mürriſche Manier, oben hinaus und nirgend an, von erſter Stunde nicht, ſo ertrug ich die hochgehaltene Naſe und das herriſche Wort um deinetwillen; ſind die Heilewich und der flachs⸗ bärtige Maulaffe da doch meine einzigen Erben. Anfangs ging's auch ſo ſo. Herr Jahn machte nicht viele Reden, aß wie ein Jüngferchen von der Mehlkloßſchüſſel und dem Weihnachtsſchinken, und ſelbſt der Weinbecher ſchien ihm nicht zu munden. In den Wäldern trieb er ſich umher ganze Tage und halbe Nächte dazu, und Armbruſt und Jagdſpieß mußte er gut zu führen wiſſen: denn manch feiſten Rehbock und manche derbe Sau ſchaffte er in das Haus, und die Küche gab manchesmal der auf der Sche⸗ lenburg nichts nach in hochadeligen Gerichten, und ich fing an, darum dem trotzigen Burſchen ordentlich gut zu werden.—
Und was nahm Dir denn die Liebe wieder, Du


