Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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mehr zu Ausflügen in jenes Thal, als die Annehmlich⸗ keiten, welche ein dortiges Kaffeehaus ausbot. Azeliens Erziehung mag nicht die geregeltſte geweſen ſein; ihr Vater, ein redlicher, deutſcher Landwirth, hielt Pflug und Jochſtier höher als Federhut, Degenquaſte und Ordens⸗ kreuz, die Mama dagegen trieb Abgötterei mit dem Kinde ihres Herzens, prunkte mit ihr, wo ſich Gelegenheit dar⸗ bot, und durch die Einladungen der ſchmachtenden Adone, welche nach Andorn wallfahrteten, bewogen, wagte ſie ſich mit dem goldlockichten Fräulein, ſobald dieſe nur den Kinderſchuhen entwachſen, in die glatten Salons der Hauptſtadt, und war baldigſt darin ſo heimiſch, daß die treuen Rappen des duldſamen Gutsherrn ſelbſt in der ſchwärzeſten Mitternacht mit ihrer ſylphidenartig geputz⸗ ten ſüßen Laſt den Rückweg ohne des ſchlaftrunkenen Kutſchers Leitſeil zu finden wußten. Die ſchöne Frauen⸗ welt blieb nicht lange ruhig dabei; riß doch das rei⸗ zende Landmädchen mit feenhaftem Zauber in kurzer Zeit Alles, was der Eroberung werth ſchien, an ſich, erhoh ſich gleich einer Armida zur Königin jedes Feſtes, zer⸗ ſchnitt Liebesbande, die man für die Ewigkeit geknüpft glaubte, ſchuf ſelbſt die zärtlichſten Ehemänner in mür⸗ riſche zerſtreute Träumer um, und drohete als der furcht⸗ barſte Uſurpator die mühſamſten Eroberungen, die ſicherſten Kronen, die goldigſten Triumphe zu nichte zu machen, und für ſich allein in Anſpruch zu nehmen. Die unerhörteſte unglaublichſte Conſpiration, Einigkeit der Damenzirkel gegen die eine Feindin trat ans Licht, das Kleinfeuer der Läſterung knatterte, die Verleumdung ließ ihr grobes Geſchütz ſpielen, der Spott ſchoß ſeine Brandraketen, die Verlockung grub ihre Minen, doch Azelia ſchritt ruhig durch das Getümmel, und jede Maskerade, jede Soirée,