Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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und die Ketten zu ſprengen. Tödtete das Gift der Con⸗ venienz ihre Seele und machte ſie zur wandernden Leiche, ich reiße ſie gleich dem Orpheus aus dem Orkus, und wecke ſie mit Liebesklängen zum Leben. Iſt ſie arm, beraubt, verfolgt, verbannt, ich will im Bergwerk für ſie ſtlaviſch arbeiten, ich will in den böhmiſchen Wäldern für ſie rauben, will ſie ſchirmen mit dem letzten Tropfen Herzblut, will ſie über den Ocean tragen in eine neue unantaſtbare Heimath! Was will ſie hier, frägſt Du, nicht krank und ſo ſchön, nicht alt, ſondern in Jugend⸗ kraft und kühn wie eine Amazonenkönigin? Siehſt Du nicht ein, daß gerade darin der höhere Schickſalsruf zu erkennen iſt? An feinen Fäden hängen ſchwere Gewichte! ſpricht unſer Schiller. Warum mußte ich ſie finden, dort finden an dem ſeltſamſten Platze, allein finden von uns? Der Anfang muß zu einem Schluſſe führen, und ich bin durch jenen zauberhaften Augenblick gereizt genug, mich zu ihm hin zu kämpfen.

Setze Dich, und höre zu in Ruhe und Geduld, ant⸗ wortete Eugen. Selbſt der neugierige alte Onkel nahete ſich ihr nicht mehr, ſeit er ihre Geſchichte gehört, und ließ ſie ruhig im kleinen Häuschen die Einſiedlerin ſpie⸗ len, wo ſie fern vom Geräuſch der Badegäſte bei einem ehrlichen Hirten wohnt, die Bäder nur vor Tage beſucht, und jede Gemeinſchaft mit den Gäſten meidet. Das Warum ſagt Dir vielleicht meine Erzählung.

Wir horchten ohne Unterbrechung ſeinen Worten.

Ein Stündchen etwa von unſerer Reſidenz liegt ein Edelhof, denen von Andorn gehörig, mit ſeinem Kirchdorf als eine der anmuthigſten Partien unſerer ebenen Gegend bekannt. Azelia war das einzige Kind des Beſitzers, und der Ruf ihrer Schöne lockte die jungen Reſidenzſtädter

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