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Schätze der unermüdlichen Kleinen grauſam in den Bach warf, der ſeinen Raub eilfertig forttrug. Eine lange Weile ſtand ich und ſah dem ſeltſamen Spiele zu; da es iedoch kein Ende nahm, trat ich vorſichtig, wenn auch ungeduldig, näher.—
Ich bewundere die Geduld des kleinen Engels, ſagte ich leichthin wie im Scherz, der in das leere Faß der Danaiden ſchöpft. Die frühe Uebung muß, wenn auch ein wenig hart, doch erſprießlich werden, denn die Ge⸗ duld iſt der treuſte Genius im böſen Leben, und die Beſtändigkeit bei nutzloſen Mühen führt in dieſer Welt voll Hinderniß und Undank doch vielleicht am erſten zum Ziele.— Das Kind, dem ich ſo redend die Hand auf das lichtbraune Lockenköpfchen gelegt, ſah verwundert, doch freimüthig zu mir auf, und reichte mir die eben gebrochenen Blümchen. Die Dame aber drehete bei dem Klang meines erſten Wortes, ohne ſichtbares Erſchrecken, das Geſicht zu mir, und ſtand wie von Federkraft ge⸗ hoben, augenblicks hochaufgerichtet mir gegenüber.
Der Eindruck, den dieſes Geſicht, dieſe Geſtalt auf mich machte, war ſo unbegreiflich tief, wie ſchlagend. Nie begegneten mir ſolche Formen im Künſtlerleben und nie wurde das ſcharfſuchende Künſtlerauge von ſolch einer Studie gefeſſelt. Der Wuchs von mittler Höhe war ſo regelrecht und harmoniſch, wie ihn irgend Mutter Natur erſchuf, Ebenmaaß überall, Zartheit in Hand und Fuß, und das Schlanke, Ideale nirgend durch Mangel der Fülle entſtellt. Ich ſah eine Geſtalt, bei welcher man ſogleich an Sylphidentanz auf Frühlingsmatten denken mußte. Aber größer noch war der magiſche Eindruck, welchen das Antlitz der Huldin auf mich machte. Denkt euch eine zarte Büſte, farblos wie aus blendendſtem,


