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duldet, ihr Gebiet durchrauſcht. Der romantiſche Bade⸗ ort, eingeklemmt zwiſchen dem Felſenbau und düſtern Tannenwalde, gleich einem Adlerneſt hangend in wun⸗ derbarer Weiſe am ſcheinbar gefährlichſten Platze und gerade über des Bergfluſſes wildeſtem Niederſturz, den ewig dauernden Achefall, nahm uns auf, und ſein erſtes Anſchauen überzeugte uns, daß ſein Beſuch der Mühſe⸗ ligkeiten werth, durch die wir zu ihm gelangt.
Das Bad erſchien trotz des unſichern Sommerwetters zahlreich beſucht, doch blieb uns im Straubingergaſthaus noch die Wahl zwiſchen der Hühnerſtube und der Haſen⸗ kammer. Wir wählten die letztere wegen der Ausſicht auf den brauſenden Katarakt, aber die bequeme wohn⸗ liche Einrichtung, die dienſtfertige Freundlichkeit der Haus⸗ genoſſen, ſo abſtechend gegen manche berühmte Badewirth⸗ ſchaft im deutſchen Reich, wurde überboten von einem Funde, den wir ſofort an der erſten Mittagstafel thaten, wo aus dem buntſcheckigen Gedräng der heranſtrömenden Hungrigen, in welchem jedes Land ſeine Repräſentanten hatte, und aus dem Bienenſchwarmgemurmel unzähliger Sprachen und Mundarten uns ein bekannter Liebeston erklang, ein bekanntes Geſicht uns anlächelte, und wir in dem Tiſchnachbar den hochherzigen Eugen, den Uni⸗ verſitätsfreund von Heidelbergs Hochſchule her erkannten und umhalſen durften. Werthvoll iſt Freundeszuſpruch überall, aber in der Fremde iſt er ein unbezahlbarer Schatz, ein Oaſenquell im Sande der Wüſte. Eugen war nicht zum erſten Male hier, er war der Geleits⸗ mann eines ehrwürdigen Oheims, der das Leben ſo lieb gewonnen, daß er willig der Bergnymphe ſeinen jähr⸗ lichen Tribut zahlte, um über Königs David Siebenzig noch einige Zahlen zu erhandeln. Alles Fremde verſchwand


