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— Vor der Grotte hatten ſich mehre Geſellſchaften ein⸗ gefunden, welche die Unzahl der Equipagen herauf⸗ gebracht. Auch die Baronin Heißenſtamm war ange⸗ kommen, hatte mit dem Italiener das Octogon beſtiegen, indeß ihr triſter Gemahl zurückgeblieben an dem Gelän⸗ der der Steintreppe, welche zur Seite der Kaskaden auf 800 Stufen zum Schloſſe hinabführt, lehnte und ge⸗ dankenlos in die buntbewegte Tiefe ſtarrte. Der galante General trat mit der ſtolzen Dame jetzt an den Rand der Grotte, verſagte jedoch den Eintritt, indem er ihr das Geheimniß der Vexirfontainen beſchrieb, mit deren Schreck⸗ und Kältungsbade ſelbſt in unzarter Leichtfertig⸗ keit der corſicaniſche Urſurpator einſt ſeine edle Gemah⸗ lin nicht verſchonte. Die Grotte war ziemlich von Men⸗ ſchen gefüllt, die Schadenfreude der Dame wurde wach, und der gefällige General winkte die Frau des Waſſer⸗ tnechts zu ſich und gab ihr geheime Befehle. Die Ge⸗ horſame nahm das Trinkgeld, und der Schreckensact fiel über die Unbedachten mit der Schnelle des Erd⸗ bebens. Auch über Dich, armer Präfekturrath, ohne Schonung Deines Alters und Deiner Würde!— Diejenigen unter den Neugierigen, welche den beiden Eingängen der Grotte innen zunächſt ſtanden, vernahmen auf einmal hinter ſich ein ſeltſames Geziſch, wie die gereizte Schlange es von ſich haucht. Mit Schrecken erkannten ſie die Urſache; zwei ſcharfe Waſſerſtrahlen ſtiegen nämlich perpendiculär auf jeder Schwelle in die Höhe; ein anderes Paar ſchoß horizontal aus den Ein⸗ gangspfeilern hervor, und bildete, mit den erſtern ſich treuzend, ein Waſſernetz, welches die Grotte völlig ver⸗ ſchloß. Nur einige der Nächſten wagten beſonnen und glücklich den Sprung in das Freie, die verdutzte Maſſe
Blumenhagen, III. 2


