Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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an, dann reichte er ihm treuherzig die Hand und ver⸗ ſetzte mit Gutmüthigkeit: Doch nicht übel genommen, mein guter Freund? Ich kann mir nun einmal Ihre wohlarrondirte Geſtalt, Ihr lebensmuthiges Auge, Ihre ſorgenfreie Exiſtenz nicht mit dem Hageſtolz zuſammen⸗ reimen. In Komödien und Romanen wird ſo ein Weſen immer lang und hager, gelb und ausgetrocknet wie eine egyptiſche Mumie vor Neid und Mißgunſt, zerfallen mit. ſich und der Welt geſchildert, und bei dem heiligen Hu⸗ bertus, Sie tragen keinen Zug von einer Veſtalin oder einem Trappiſten im Antlitz, und hätten ſie wirklich den Schauereid einer ewigen Einſamkeit für Tiſch und Bett geſchworen, ſo müßte ich Sie, trotz Ihres heiligen Fa⸗ miliennamens, für einen geheimen Wildſchütz halten, und würde mir ein Vergnügen daraus machen, Sie bei der Fräulein Guſtel oder einem Souper⸗fin der Theater⸗ prinzeß auf der Frankfurter Straße einzuführen, wo der Harpokrates, der Gott der Verſchwiegenheit, ſo ſtrenges Regiment führt, wie in einer Roſenkreuzer⸗Loge.

Pfui, Graf! fiel der Rath ſich ſchüttelnd ein. Die Theaterdame bringt mich auf die beſte Entgegnung. Die ganze Welt iſt eine Komödie; alle Menſchen ſind Ko⸗ mödianten; Jeder ſpielt ſeine einſtudirte Rolle, mehr oder minder gut und ſchlecht; und die Beſten unter dem miſerabeln Menſchengeſchlechte ſind noch diejenigen, die mit ſich ſelbſt Komödie ſpielen, ohne es zu wiſſen. Wenn man denn ſo ein halb Jahrhundert mitgemacht hat, ſo hat man Zeit gehabt, ſolch Unweſen zu erkennen, und iſt zu gratuliren, kam man frühzeitig genug zur Erkenntniß, ehe denn es zu ſpät ward. Das Ich iſt die Hauptſache in dieſem jämmerlichen Erdenleben; wer über ſich hinausſchaut, iſt ein Narr, denn am Grabhügel