Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

45⁰

Kronſciold ſeufzte tief und hob die traurigen Blicke zur Decke des Zimmers auf. Ja wohl! antwortete er halblaut; und ſie wird nie wieder lächeln, was ihr ſo lieblich ſtand, und womit ſie ſo hoch beglücken konnte. Meine Sachen laſſe ich Euch in Verwahr, fuhr er als⸗ dann gefaßter fort; hört Ihr, daß mich ein Unglücks⸗ fall betroffen, ſo ſorgt dafür, daß mein Teſtament ge⸗ öffnet werde. Dieſer verſiegelte Brief gibt Euch für den Fall die nähere Inſtruktion. Auch Euer iſt gedacht und Ihr werdet für Eure Mühwaltung Euch hinlänglich belohnt finden.

Und wann wird mein Herr reiſen? fragte Herr Jocondus mit einem tiefen Bücklinge. Hat mein Bru⸗ der die Sorge auf ſich genommen?2

Alles iſt beſtellt, antwortete Frerich zerſtreut; noch heute trete ich den Weg an zu ihr.

Der Herr kann ſich auf uns verlaſſen, entgegnete der Wirth mit Verwunderung und wachſender Neugier. Auch der Brief iſt beſorgt zum Parliament, und irre ich nicht, ſo bringen dort zwei engliſche Herrn ſelbſt die Antwort, denn ſie ſchreiten gerade auf unſer Haus her⸗ über. Sei der Herr nur vorſichtig in dem, was Er

den Inſulanern vertrauen möchte; Kriegsgefangene be⸗

nutzen oft fremde Verlegenheit, um ſich den eigenen Platz beſſer zu geſtalten. Vertraue der Herr nur ganz

meinem Bruder. Der verſteht ſein Gewerb, hat er doch

noch vor wenigen Wochen ſich zuerſt mit ſeinem Boot

trotz der hohen See an das engliſche Schiff gewagt, das

bei Tor⸗Hayden auf der Sandbank unterging. Es kam vom Kopenhagner Zuge, und die beiden Offiziere, welche eben in das Haus traten, waren mit darauf. Der Eine ſoll kein Engländer, ſondern ein gefangener Däne ſein,