Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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Kronſciold iſt ein Ehrenmann; aber ich muß Euch Geſell⸗ ſchaft leiſten, denn er iſt mein Herzensfreund, mein Bruder. Dunkele Räthſel enthält der Brief. Frerich weiß nichts von uns, das iſt klar. Aber wie kam er denn nach Haag? Und mit wem will er ſich ſchlagen? Und ſchlagen darf er ſich nicht, ſein Leben iſt heilig, unverletzbar, ſein Tod wäre in dieſem Augenblicke das Gräßlichſte, was ſich ereignen könnte. Iſt der Zweikampf nothwendig, ſo werde ich ſelbſt für ihn eintreten, und er wird mir den Tauſch nicht weigern, nenne ich ihm nur einen Namen.

Das Alles wird ſich machen, enträthſeln, wenn wir ſogleich ſelbſt hinüber gehen; ich weiß die Nummer, antwortete der Oberſtlieutenant und griff zum Hute. Folkerts folgte ihm ohne Verzug, doch mit hochklopfen⸗ dem Herzen.

Im ſilbernen Schlüſſel kramte in demſelben Augen⸗ blick der Lieutenant Kronſciold zwiſchen ſeinen Effekten, verſchloß Koffer und Mantelſack, ſiegelte Papiere, und reichte eines der Pakete einer Gerichtsperſon, die daſſelbe nebſt dem zugleich offerirten Goldſtück reſpektvoll empfing und ſich alsdann empfahl.

So jung mein Herr iſt, ſo vorſichtig iſt v ſprach der Wirth Jocondus; das iſt lobensw th wenn der Herr, wie ich meine, ein Kaufmahn iſt muß das Haus deſſelben auf gar feſten Füßen Eine Seefahrt bleibt immer ein kitzlich Ding, vorzüg⸗ lich bei jetziger Jahreszeit, und wer ſein Haus vorher veſtellt, thut klug daran, denn ein Schiff iſt ein dünnes Brett im Sturm, und in der jüngſten Zeit ſind gar viele, die vergnügt aus dem Hafen fuhren, in recht trauriger Geſtalt an unſere Küſten geſpült worden.

Blumenhagen. II. 29