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Gefühl erſtarkt ſich an der Schwierigkeit; die Hoffnung iſt uns eine ſchweſterliche Föttin; die Geduld ſteht uns zur Seite, und hält unſere Treue aufrecht. O ſieh nicht ſo finſter auf mich herüber, Folkerts! Dich traf mein Wort nicht, Dich konnte ich nicht meinen. Du haſt die höchſte Probe der Freundſchaft beſtanden; bis zum Grabe muß Egwia Dir dankbar bleiben, denn ohne Dich hätte das Grab ſie längſt in ſeinem kalten Kerker aufgenommen.—
Frerich würde daſſelbe, würde mehr gethan haben als ich, entgegnete Folkerts ernſt; er hätte die Gefahr mit den Kränzen der Liebe umhangen und verſteckt; er hätte kein Troſtwort, keinen Aufruf zur ſtarken Beſon⸗ nenheit bedurft; ſein Kuß, ſeine Umarmung würde alle Angſt, jeden Schmerz von Egwia genommen haben. Wüßte er, was uns traf, er würde mich beneiden um die Gunſt, welche die Vorſicht mir zuwarf.— Das Mädchen ſchüttelte leicht den Kopf. Du nimmſt den Mantel der Beſcheidenheit um, mein Freund, ſoagte ſie ſchlau, obgleich er Dich drückt und beengt. O verbirg mir nichts mehr! Wie Du mich in der Hütte des Ab⸗ ſchieds beſſer erkannteſt als er, ſo habe auch ich Dich erkannt in den Stunden der Lebensnoth. Ja ich liebte Kronſciold, ich verſtieß Dich um ihn; o ich fühle das Dir gethane Weh jetzt ſchmerzlich nach und mir zur Strafe. Ernſter iſt das Leben vor mich hingetreten in dem großen Waſſergraben, aus dem die Ungeheuer der verborgenſten Tiefe die feuchten Krallen nach uns aus⸗ ſtreckten. Die Schwärmerei der Liebe iſt ein ſchöner Blumengarten, aber das Fruchtfeld des Lebens gehört ihr nicht und ihre Blüten ſind Sommerkinder, welche den Winter ohne Zierde laſſen. Folkerts, wenn Kron⸗ ſeiold nicht bald erſcheint, ſo halte ich ſein Band gelöſet,


