Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

443

zurück. Wenn die Erde einen Wieterſchein der Himmels⸗ ſreude tragen kann, ſo glüht nieſer heute in meiner Bruſt. Aber meine Seele ſchwebt in ferner Weite und ich vermiſſe die Gäſte, welche dieſes Feſt feiern würden wie ich und theilen würden meine Seligkeit.

Du meinſt den Vater umd Frerich, entgegnete das Mädchen, und um ihr helles Auge legte ſich ein Wölk⸗ chen. Freilich wird der Vater ſich härmen und küm⸗ mern, aber das Gewühl der Londoner Welt muß ihn zerſtreuen, er wird im neuen Wirkungskreiſe ſich an⸗ ſtrengen, den beſten, ſicherſten Platz für ſich zu gewin⸗ nen, und der Kriegsminiſter hat Dir ja verſprochen, auf dem erſten Schiff, welches abgehen darf, uns den FPlatz zu gewähren, da unſere Papiere ihm Genüge thaten, und von den Kriegsgeſangenen ſchieden.

Aber Frerich? fragte Folkerts geſpannt. Sollen wir ihn nicht erwarten? Egwia zog die Oberlippe auf, wie die Weiber thun, wenn ſie einen Groll nicht ausſprechen, aber andeuten wollen, und warf haſtig eine Unzahl Zuckerbrocken in die vor ihr ſtehende Taſſe.

Lreutenant Kwonſciold ſitzt ruhig auf ſeinem feſten Seeland, und erwartet die beſſere Zeit, ſagte ſie wie vor ſich hin. Haſt Du nicht geſagt, Du hätteſt ihm ge⸗ ſchrieben, ſogleich nach unſerer Ankunft? ſetzte ſie leb⸗ hafter hinzu, und ſchlug die Augen feuervoll zu Oluf auf. Es iſt ziemlich lange her, und nicht Er, nicht einmal ein Brief von ihm kam zurück. Die Männer ſind Freunde der Gegenwart; der bequeme Beſitz feſſelt ſie und ihre Träume und Wünſche reichen nicht darüber hin, und ihre Beſtändigkeit ſoll leichtlich an den Mauern, die das Schickſal zieht, matt werden und erkalten. Wir Weiber bauen dagegen gern in der Zukunft; unſer