Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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Auf der langen Reiſe ſtieß unſerm Wanderer kein Abenteuer auf, welches Einfluß auf ſein Schickſal haben konnte. Er erreichte Amſterdam, ging aber auch hier in der Irre umher, wie am Elbufer, denn unbekannt mit dem wüſtſcheinenden, lärmenden Leben, in das er mitten hineingerieth, blieb ihm die Scheu unüberwind⸗ bar, von der jeder Neuling in dem Gewühle einer ſolchen Weltſtadt befangen werden muß. Aus der Treck⸗ ſchüte, die ihn hergebracht, war er geſtiegen, hatte in dem Kanalhauſe mäßig geſpeist, dann die Stadt be⸗ wundernd durchſtrichen, und ſah ſich bei der Dämmerung nach einer Herberge um, die für ihn paſſen möchte; denn alle die großen Gaſthöfe mit den goldenen Aus⸗ hängeſchilden ſchienen ihm zu prächtig für Seinesgleichen, und er wagte nicht auf die blankgewaſchenen Vorplätze mit ſeinem beſchmutzten Schuhwerke zu treten. Als er ſich ſo verlegen in der Gegend des Hafens umſah und unentſchloſſen daſtand, traf ein Frauenzimmer auf ihn in netter, reinlicher Tracht, von ſchlankem Wuchs und artigen Manieren. Wie ſie im Vorbeigehen ihm ſo freundlich in die Augen ſchauete, gemahnte ihn der Blick wie aus Hima's Augen, obgleich er ſich geſtehen mußte, Hima habe ſelbſt ihm nie ſo dreiſt unter den Hut geſehen. Doch die freundliche Erinnerung gab ihm Muth, und er redete die Dirne an und fragte nach einem Gaſthauſe für Leute wie er.

Mein Herr iſt fremd hier? fragte ſie zutraulich zu⸗ rück. Wel, Ihm ſoll gedient werden, wie Er beliebt, ſetzte ſie ſoſort freundlicher noch hinzu. Da drüben das Häuschen mit der rothen Wand iſt meinem Vetter zu eigen, iſt eine Schenkwirthſchaft für Schifferskeute, und will mein Herr vorlieb nehmen, ſo wird er willkommen