Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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Richtet nicht ſchnell, Herr! ſagte er mit dumpftö⸗ nender Stimme. Ich bin der Mörder, aber mich ge⸗ reut die That nicht einmal. Der blonde Bube war des Landes Feind und der Schänder meiner Liebe. Gott hat ihn geſchlagen durch meine Hand, und ſeine Menſchen mögen jetzt machen mit mir, was ihnen gut dünkt; ich ſtehe furchtlos vor ihren Ketten und Henkersbeilen.—

O helft, rettet, gnädiger, guter Herr! bat Hima und warf ſich auf die Knie vor dem Edelmanne. Er konnte wahrlich nicht anders, und der da war ein Böſe⸗ wicht. Um meinetwillen hat der Nis das gethan, und ich würde nie wieder ruhig auf Erden, träfe ihn um mich ſolch gräßliches Verderben.—

Der alte Baron ſtand einen Augenblick ſich beſinnend und die Augen ſtarr auf den Leichnam geheftet. Ich ſah das kommen, ſprach er wie in ſich hinein; dieſe jetzt gebrochenen Augen verriethen die Begier unverſteckt. Du hätteſt beſſer gethan, Nis, ſetzte er dann hinzu, wenn Du die Kraft Deiner nervigen Arme an ihln verſucht und ſeinen Stahl ungezückt in der Scheide gelaſſen hätteſt. O Dein heißes Blut, das den Verſtand über⸗ ſtrömt, hat uns alle in die bedenklichſte Lage verſetzt; Dein Leben, des Mädchens Glück, mein Vermögen, alles das ſteht auf dem Spiele durch den einzigen wilden Griff an dieſes Degengefäß.— Hima ſchluchzte; Nis ſenkte ſein Haupt; der Greis nur hob den ſchneeweißen Apoſtelkopf mit jedem Augenblicke höher.

Was hilft das Zagen? ſprach er darauf ermuthigt. Im Sturm und Schiffbruch bedarf es der höchſten Geiſtesſtärke. Bis zum Abende läßt ſich der Mord verbergen. Du mußt fort auf der Stelle, dann können wir uns vielleicht ſicher ſtellen.—