Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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darf, umſpann ſie ſein Weſen, wo ſich nur die Gelegen⸗ heit darbot: denn Ipſens Gemüthsart kennend, fürchtete ſie irgend einen Zufall, der all den Ingrimm ſeiner Seele nach außen entladen möchte, wie die Berſerker⸗ wuth der Nordländer, verderblich für einen Jeden, den ſie traf, verderblich für den, aus deſſen Buſen ſie Flam⸗ men blitzte. Nur mit dem Mitleidsblicke ſchweſterlicher Theilnahme tröſtete ſie, nur mit dem Händedrucke der Liebe; denn ſie wußte wohl, daß ein großer Schmerz ſich in ſich ſelbſt verzehren muß wie Heclas Glut, die kein Wolkenbruch erlöſcht, und das ſtarke Herzen nur aus ſich ſelbſt den rechten Troſt zu nehmen haben. Und ihre kluge Behandlung des Geliebten hatte die heilſamſte Wirkung. Der Jüngling ſchien ſich zu ermannen und ſeiner unmännlichen Geſunkenheit zu ſchämen; ſie fand ihn nicht mehr Abends auf dem mütterlichen Grabe, wo er gar ſeltſame Geſpräche geführt mit den vorbei⸗ ſchießenden Seemöven, als hielte er ſie für die Geiſter ſeiner frühgeſtorbenen Geſchwiſter; ſie ſah ihn, ſich der angeſtrengteſten Arbeit hingeben, und wenn er dann er⸗ ermattet zu ihr trat, ſie ihm den Schweiß von der großen Stirne trocknete, ſo fühlte ſie an ſeinem heißen Kuſſe, daß das Leben ihm wieder werth geworden, und daß die Jugend den Sieg gewonnen, daß das Blut wie⸗ der kräftig und feurig in ihm rolle, und daß der Geiſt ſich losgerungen aus den Feſſeln entnervender und zehren⸗ der Melancholie. Die ſchöne Hima freuete ſich daran und hoffte auf eine heitere Zukunft, da der weißlockige Edelherr die Zuneigung ſeiner beiden Lieblingsdiener, die, eben weil ſie ſchuldlos war, ſich nicht in die Nacht verbarg oder durch Diebeszeichen verſtändigte, mit Ver⸗ gnügen zu ſehen ſchien; ſie machte, wie die Frauen gerne