Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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Nordſeeküſte und ihre bunten Uferkieſel bedeckten die ge⸗ liebte Todte; die ſchaumbedeckten Wellen murmelten an den uferdämmen ihr den Grabgeſang, und die Seemöve in ihrem weiß und ſchwarz gemengten Trauerkleide flatterte wie ein trauernder Dämon kreiſchend um den Hügel, den Nis Jpſen mit dem grünſten Raſen zu be⸗ kleiden bemüht geweſen. Der Schmerz des treuen Soh⸗ nes war ſcheinbar ruhiger geworden, ſcheinbar nur: denn nach innen geworfen hatte er ſich zuſammengeballt wie eine Rieſenſchlange, hauchte Gift durch das ganze junge Weſen, verdüſterte die reine, freie Seele und ließ das klare Auge alles Aeußere wie durch graue Schleier erblicken. O, dem Herzen welches gute Eltern verlor, fehlt ja jedes Band an die Vergangenheit; wie ein ſchwankender Baum ohne Stütze ſteht es in der Gegen⸗ wart, und die Zukunft iſt ihm werthloſer, weil die Augen derer nicht mehr freundlich zuſchauen, deren Mit⸗ freude, deren Lob dem Kinde das Beſte iſt an jedem Glücksfall und an jeder gelungenen That.

Nur wenn Nis Ipſen im Schloſſe Bombel die ſchöne Hima ſah, wenn ein Viertelſtündchen der Ruhe ihm vergönnt wurde, und er dann mit ihr im Baumgarten oder in der Geſindeſtube zuſammentraf, ſo wich der düſtere Gram auf eine Weile von dem friſchen Geſichte, das der Schmerz mit recht tiefen Marken bezeichnet und wirklich entſtellt hatte. Das fromme Mädchen theilte ſeinen Kummer um die Mutter und hatte noch einen zweiten dabei, die Sorge nämlich um den Geliebten, deſſen Geſicht ihr zu deutlich ſeinen innern Zuſtand ver⸗ rieth. Mit der milden Zärtlichkeit, die nur in einem wahrhaft liebenden Weibe wohnt, mit all den kleinen unſchuldigen Freuden, die eine fromme Liebe ſchenken