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fuhren erſchrocken auseinander. Es war die Mutter. Ihr Athem tönte wieder leicht und frei; über das bleiche, hagere Antlitz flog eine milde Roſenfarbe, und ihre Augen ſtanden weit offen und glänzten ſo klar und über⸗ irdiſch, als hätten ſie ſchon in das Reich der Seligen hinübergeſchaut. Zur Verwunderung der Kinder richtete ſie ſich ohne Hülfe raſch auf im Bett, faltete die dürren Hände zum Gebet zuſammen und ſah dann mehre Male von dem Sohne auf das Mädchen und wiederum von ihr auf ihn.
Haltet zuſammen, flüſterte ſie kaum hörbar, haltet zuſammen wie ein lebendig Herz! Was Gott band, kön⸗ nen Menſchen nicht trennen. Es iſt ſo hell um mich her; alles ſchimmert wie Silber und ich ſehe Viele, Viele in glänzenden Kleidern.— Wer gutgerathene Kinder nach⸗ läßt, ſtirbt einen leichten Tod.— Sehet! da flattern Fahnen, und Trommeln wirbeln zu eurer Hochzeit. O wie prachtvoll die Schiffe über die See hingleiten und donnern, donnern, daß die Deiche erzittern! Wie Du ſo groß biſt, Nis! aber der Federhut ſchattet Dein Geſicht, daß ich es nicht mehr erkennen kann. O warum wird es jetzt ſo dunkel auf einmal? Iſt das das Ster⸗ ben?— RNis und Hima! Kommt näher heran; ich ſehe euch ja nicht mehr.— Haltet feſt, feſt, recht feſt!—— Sie breitete beide Arme nach ihnen aus; langſam ſank ſie auf das Lager zurück, ihre Augen ſchloſſen ſich müde, und das letzte Wort verklang fein und ſcharf wie der Ton einer zerſprungenen Saite.
Mutter! Mutter! rief der Sohn und warf ſich lang über die Todte hin. O gehet doch nicht! verlaßt Eure Kinder nicht! oder nehmet uns mit Euch zu den Voran⸗ gegangenen, zu den Glücklichen, die Euch nun ewig
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