Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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8 und jede gebrechliche Alte eine Mutter der guten Mäd⸗ chen? Leihet nicht jeder Gute gern dem Alter den Arm zur Stütze, weil er der Eltern dabei gedenkt und des vierten Gebots? Haben ſie doch uns geführt, als wir ſchwache Küchlein waren ohne Kraft und Verſtand.

Und mir könnte die Vorſicht keinen reichern Schatz im Leben geben, ſiel Nis mit feurigen Wangen ein, als wenn mir erlaubt wurde, Dich zu führen, Dich zu ſchützen, bis ſie uns beide in ein Grab legten. Zuge⸗ than wareſt Du mir ja immer; daß Du es redlich und ſo recht vom Herzen mit mir meinſt, haſt Du bewieſen in der Pflege meiner Mutter. So frage ich Dich in dieſer ſchweren Stunde: willſt Du es halten mit mir treu und feſt? Willſt Du mein ſein und bleiben, und theilen Noth und Arbeit mit mir für immerdar? Sprich, Hima, denn ich bevarf eines Nothankers in dieſer Minute, wo der Sturm mir das Heiligſte zerſtört.

Braucht es denn da der Frage noch? ſprach Hima frei von der Seele her und reichte ihm die Hand. Mäd⸗ chen wählen nur einmal und halten feſt bei dem Er⸗ wählten aus; aber ihr Burſchen ſeid unſtetes Volk, ziehet von Ort zu Ort und wechſelt wo ihr hinkommt und euch ein freches Auge verlockt.

Denke das nicht von mir, ſprach Nis und drückte ihre Hand feſt gegen ſeine Bruſt. So wabr ich meine Mutter liebe wie ein guter Sohn, ſo wahr ihre Scheide⸗ ſtunde mir den größten Schmerz bringen wird, ſo wahr ich ihren Segen hoffe verdient zu haben durch Wandel und chriſtliches Herz: ſo gewiß will ich keiner andern Dirne je ſo die Hand drücken, und keine andere ſoll meinen Trauring am Finger zeigen.

Amen! ſagte eine dumpfe Geiſterſtimme, und Beide