7
Thier, das dem Wolfe ſtill hält, wenn er in die Hürde
bricht, oder der Metzgerhand, die es zur Schlachtbank ſchleift? Es iſt mir als ſei ich nicht geboren zum Still⸗ halten, und darum leide ich das Schimpfwort des Ver⸗ walters nicht, und der Stock des Großknechts darf ſich gegen mich nicht heben.—
Auch thut das ja Keiner mehr, ſeit Beide dich grim⸗ mig ſahen wie den Nordweſtſturm, wenn er die Fluten gegen die Klippen peitſcht, ſetzte ſchnell Hima hinzu, weil ſie die rothen Scheine fürchtete, die ſchon an des Burſchen braunen Wangen bis zu der Stirne hinauf⸗ liefen. Auch hat Dich ja der Edelherr frei gemacht vom niedern Dienſt, und Du darfſt nur ſeine Leibthiere warten.—
Und wer war der Engel, der zwiſchen mich trat und den guten Herrn, gegen den ſelbſt meine Hitze losbrach, als der Großknecht die Peitſche nach mir geſchwungen? fragte Nis plötzlich ſanft wie ein Kind. Warſt Du es nicht, die alles gut machte und verſöhnte? War es nicht Deine Stimme, die mich ſtumm machte, weil ſie mir immer klingt als käme ſie gerade aus dem Himmel zu mir herunter? Und biſt Du der Mutter nicht auch ein Engel geweſen im böſen Krankenbett, auf das ſie ſo plötzlich das Alter niederwarf? O daß Deine Pflege ſo ohne Lohn bleiben wird, daß Du nie mehr die Freude haben wirſt, ſie herauszuführen in die Sonne, und daß ich ſo arm ſein muß, Dir nichts vergelten zu können, was Du an der fremden Greiſin gethan!—
Ich dachte an meine Mutter, die fern in Flensberg wohnt, und der ich keinen Beiſtand leiſten kann, wenn ſie ſchwach wird, ſagte das Mädchen. Ach! iſt denn nicht jeder gute Greis ein Vater für alle gute Burſche,


