Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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Sündige nicht! ſagte das Mädchen ängſtlich. Den Schöpfer mit einem Menſchenbilde zuſammenſtellen, dünkt mir ein böſer Frevel.

Der Menſch hat Sinne und lebt durch ſie das eigent⸗ liche Leben, ſo ſprach der ehrwürdige Klas oftmals, antwortete Nis. Kann es den Allmächtigen beleidigen, wenn der Sinn ſich von ihm ein Bild ſchaffen möchte, um ihn näher und deutlicher zu haben? Kann es das höchſte Weſen beleidigen, wenn der Menſch zu ſolchem Bilde die liebſten Züge nimmt, welche ihm auf Erden lebten? Auch dein Bild, Hima, ſehe ich zu Zeiten, und es iſt der Johannes, welcher mit zur Rechten ſitzet im Himmel, und oft ruft das Bild und winket in ferne Wüſten mich und ſpricht: Nis Jpſen, mache dich auf, denn hier iſt nicht dein Platz!

Du biſt gar ein ſonderbarer Menſch, erwiderte das Mädchen ſcheu. Wenn man Dich nicht kennte und wüßte, wie gut Du ſein kannſt, ſollte man ängſtlich bei Dir werden. Jetzt ſo heftig und tobend wie ein junger Stier auf der Maſch, und dann wiederum ſo tiefſinnig wie der mondſüchtige Schäfer zu Richelsbol. Aber das macht der alte Prediger zu Rodenäs, bei dem Du den erſten Dienſt hatteſt; der ſoll auch Geſpenſter haben ſehen können, ſoll ein Sonntagskind geweſen ſein, ſoll gewußt haben die Stürme wegzuſchwören und mit dem Haſelſtecken Gold und Waſſer auszufinden.

Sprich mit Ehrfurcht von Abel Klas, fiel Nis ein. Dem frommen Manne danke ich Vieles; Manches hat er mich gelehrt, das freilich dem Knechte nichts nutzet und ihm ſogar die Knechtſchaft ſchwerer macht: aber er meinte es gut, und Friede ſei ſeiner Aſche. Und was nennſt Du tiefſinnig ſein? Iſt denn der Menſch ein

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