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immer gewaltiger aufregten. Schuß auf Schuß don⸗ nerte, von dem zwanzigfachen Echo der Waldhöhen ver⸗ vielfältigt. Wüſtes Geſchrei hallte herüber, welches das Ohr in ſeiner Selbſtmarterung in Sieges⸗, Schreckens⸗ und Jammerſtimmen zerlegte. Hörner riefen laut in mancherlei Weiſe, bald wie fröhlich zur Attake fordernd, bald in langen dumpfen Zügen, wie den nöthigen Rück⸗ zug befehlend. Zueltzt erklangen auch friſch ſchmetternde Trompeten darein, und aus dem Thale, in welches ſich der Fluß ergoß, wurde Trommelſchlag wach, einförmig raſſelnd, aber immer lauter herauf murrend, wie der kalte Soldatenſinn im ernſten Todesmuthe zum Schlagen heranrückt. Doch heftiger ward mit der neuen Muſik auch das Gelärm, lauter donnerten die Schüſſe, und ſchienen ohne Ende einem friſch geöffneten Vulcane zu entſtrömen, deſſen ununterbrochen blitzendes Feuer durch die düſter ſich niederſenkende Nacht in allen Wald⸗ ſchlünden und Winkeln der Holzung leuchtete, und in dem ſteten Wechſel von Flammenglut und Finſterniß die Augen blendend verwundete.—
Die lange Stunde lief vorüber; das Schießen nahm ab, vereinzelte ſich, verlor ſich zuletzt ganz in der Ferne. Jedes Geräuſch hörte auf, aber die plötzliche Ruhe ſenkte ſich nicht auf den weißen, kühlenden Fittichen des Friedens hernieder, ſondern ſie erinnerte peinlich an Grabesſtille und Leichenſchlaf. Mit kurzem, hörbaren Athem, mit hochpochendem Herzen lehnte Cäcilie an dem geöffneten Fenſter. Die Schwarzen hatten geſiegt, das ſagte ihr die Vernunft, denn war es anders, würde ja das Fechtgetümmel ſich zur Stadt herauf gezogen haben. Bald mußte jetzt ihr Freund, ihr Vater kehren; ſicher ließ ſeine Vorſorge die Geliebten nicht lang mehr in


