Commandoplatz des Alten ſogleich mit Eifer ein, und vollführte die Befehle, welche der Herr nachgelaſſen, indeß Frau von Leitzkau ihr halb ohnmächtiges Töchter⸗ chen mühſam und mit der Anſtrengung und Beſonnenheit mütterlicher Herzensangſt vom Balkon in das Zimmer leitete.
Eine furchtbare Stunde legte ſich mit der Stickluft der Ungewißheit auf das verlaſſene, einſame Frauenpaar. Von innerer, unbezwinglicher Gewalt auf die Seſſel zunächſt dem Fenſter gefeſſelt, hörten ſie den kriegeriſchen Hörnermarſch: Es braust der Sturm, es wogt das Meer! den aber nur das Gebrauſe der gedrängt vorbei⸗ trabenden Roſſe und das Geklirr der Waffen begleitete. Bald folgten dann die Züge der Fußjäger; wie Blut ſchimmerte das Roth der Zierathen am ſchwarzen Kriegskleide im letzten Strahle der Sonne, ein Abend⸗ wind ſtrich durch die flatternden dunkeln Roßſchweife über der muthigen Colonne, und ſchaurig ſchallte das Schlacht⸗ lied herüber, und wohl verſtand man die Worte des Schlußchors:
Und wenn ihr die ſchwarzen Geſellen fragt, Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.—
Dann ward es ſtill, todtſtill in der Nähe, doch deſto mehr wurden jetzt die Sinne durch das bedeutſame Ge⸗ lärm in der Ferne angezogen und in marternder Auf⸗ merkſamkeit gebunden. Der Schleier der Dämmerung verhüllte mit jeder Minute die Gegend dichter, aber ſchauriger wuchſen dadurch die Bilder der Phantaſie, welche die furchtbaren Töne des nahen Kriegsſpieles


