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Das Mädchen wollte rufen, wollte flehen, aber die in Angſt gelähmte Zunge verſagte ihr jeden Dienſt, und ſchon jagte der Freund die Allee hinab, ſchon verſchwand er in den Gebüſchen. Nieder ſank Cäcilie auf die bre⸗ chenden Kniee und klammerte ſich feſt mit den erkalteten Händchen an das Eiſengitter des Balkons.—
Die Hausbedienten ſammelten ſich jetzt im Hofe, Jäger und Reitknechte, Gärtner und Dreſcher mit Flin⸗ ten, Säbeln, Heugabeln und Senſen bewehrt, wie ſie zuerſt eine Waffe gefunden. Korporal Balthaſar erſchien zuletzt und begann ſeine Ordres auszutheilen, und einige der Leute zur Schließung der Thore und Pforten und ihrer Bewachung auszuwählen. Bei ſeinem Anblicke kam wieder Leben in das Fräulein,
Und du bleibſt hier?— rief ſie wie außer ſich. Treuloſer, du läßt deinen braven Herrn allein reiten in den Tod? Fort, hinaus, ihm nach! Weiche ihm nicht von der Seite, wirf dich vor ihn, wenn ein Feind nach ihm ſchlägt. O, warum bin ich ein elendes Mädchen! Wenn er nun fällt, blutet; wer ſoll ihn ſtützen, wer ſein edles Blut auffangen, ihn binden, retten? O Him⸗ mel, der Schuß traf ihn ſchon, er liegt, und mich hält bleierne Todesangſt auf dieſem Platze.—
Gott ſoll mir ſegnen und behüten! ſprach der dürre Korporal und blitzähnliche Zuckungen fuhren über ſein narbigtes Ledergeſicht. Sahet Ihr ihn ſtürzen? So ſoll doch gleich der neunfache Satanas über der Schur⸗ ken Köpfe kommen, die einen ſolchen Major von den Todtenköpfen nicht zu reſpektiren verſtehen!— Mit Wuth riß er dem Jäger die Büchſe aus den Fäuſten, und die ſteifen Gliedmaßen im ungewohnten Laufe anſtrengend, folgte er der Spur ſeines Herrn. Der Jäger nahm den


