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Der Herr Major kannte deinen Vater, Leopold, ſprach raſch der Herr von Streithelm; freue dich, denn du haſt einen zweiten väterlichen Freund gewonnen, auf
. deſſen Rath du„dich ſtützen darfſt, wenn mich eine Büchſenkugel einmal unter die Eiſen unſerer Pferde wirft.— Der Lieutenant verbeugte ſich ohne Gegen⸗ rede, auch auf ihn ſchien der Anblick des Majors einen beſondern und tiefen Eindruck gemacht zu haben. Hoch⸗ horſt ſetzte ſich erſchöpft, nachdem er alle die Herren zu Gaſt geladen, Streithelm machte ſchnell ſeine militäri⸗ ſchen Geſchäfte ab, entließ die Offiziere und wandte ſich dann mit triumphirendem Geſichte zu dem ſtummen Freunde.
Nun, Bruder? fragte er. Was ſagſt Du zu meinem
Rekruten?— Ich bin ein großer Sünder, antwortete
6 Herr Richard lebhaft, und kaum der Freude werth, die ich ſo eben genoß. Aber ein noch größerer Schuldner bin ich gegen Dich, der meine Stelle ſo ehrlich vertrat, und einen großen Theil meiner Schuld im Gottesbuch verlöſchen half. War mir's doch als ſähe ich mich im Spiegel ſo, wie ich vor dreißig Jahren durch das Pots⸗ damer Thor in unſere Königsſtadt einritt. Dank Dir, Kamerad, für den Liebesdienſt; Du ſollſt erfahren, daß Deines Richards Herz nicht alt wurde, und biſt Du auch ein ſo rauher Arzt wie unſer klotziger Regiments⸗ chirurg, der bei dem Beinabſäbeln Aepfel aß und jeden Wehlaut mit dem Scheltwort: altes Weib! erwiderte, Du ſollſt dennoch Freude an mir haben.—
Die beiden derben Kriegsgeſellen küßten ſich recht lang und herzig, dann ſchieden ſie ohne weitere Rede, Beide hatten ſich verſtanden.—
Als Herr Richard wieder oben anlangte, fand er


