Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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geritten. Ehe die Reiter in den Sätteln ſaßen, fühlten ſie ſchon die krummen Damaszener im Nacken, den kur⸗ zen Speer im Rücken; ehe das Fußvolk eine feſte Linie gebildet, wüthete ſchon der Maure und der Araber mit⸗ ten zwiſchen ihm, und warf auch die Kräftigſten mit dem gewandten Roß auseinander. Die chriſtlichen Krie⸗ ger ſtellten ſich, wie's traf, einzeln und in kleinen Rot⸗ ten zur Wehr, drängten den Rücken an die dicken Baum⸗ ſtämme, wo ſie ſolche erreichen konnten, hingen und klammerten ſich verzweifelnd ſelbſt an die Mähnen und Sättel der Feinde, um eine Stütze zu gewinnen für den Dolchſtoß und Fauſtſchlag, aber der Kampf blieb zu un⸗ gleich, der Vortheil der Angreifer, ihre Ueberzahl zu groß, und ein guter Soldatentod erſchien als letzte ein⸗ zige Hoffnung.

Der deutſche Ritter Kuno, ſchnell das Gewicht des Augenblicks überſchauend hatte den Zügel ſeines Roſſes fahren laſſen, hatte glücklich das Schwert blank gemacht, und ſtürzte ſich dorthin, wo er den anſehnlichſten Haufen der fränkiſchen Lanzenknechte im unſichern Halblichte er⸗ kannt, in der Abſicht, ſie in Ordnung zu ſtellen und an ihrer Spitze ritterlich zu retten, was zu retten ſei. Doch kaum war er bei den Waffenbrüdern, ſo brauſete eine neue Reiterwolke auf ihn ein, und nicht mehr Zeit ward ihm vergönnt, als zwei Schwertſtöße zu thun, ſo fühlte er ſich geworfen, geſtoßen, getreten, gequetſcht vom Reiteranlauf; er taumelte; Streithämmer, ſcharfe Klin⸗ gen ſchlugen auf ſeinen Stahlhut, wie Donnerſturm ſau⸗ ſete es durch ſein Gehirn, und er ſtürzte nieder mit ſchnellverlöſchenden Sinnen, als hätte ihn ein Wetter⸗ ſtrahl vom zürnenden Himmel tödlich getroffen.——