Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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lief durchs Lager. Der Cardinallegat ſelber, in den Sprachen des Orients erfahren, übernahm, die Heidin zu bekehren, ſie ward getauft und eine freie Chriſtin. Seit⸗ dem wohnt ſie bei den Weibern der Knechte; doch ver⸗ läßt ſie am Tage nie mein Gezelt und ſorgt mit meinem Diener um die Wette für meinen Bedarf und Nothdurft, als trüge ſie den Ring der Sklavin noch und habe nur den Herrn vertauſcht. Da wißt Ihr nun die große Hi⸗ ſtorie von der Venus von Ebenholz, welche meine Decken ſäubert und meine Mäntel ausſtäubt.

Aergert Euch nicht weiter darob, mein lieber, guter Freund! ſagte der Tempelherr, indem Beide das Laub⸗ haus verließen.Verkannte Gutthat iſt nichts neues auf unſerer Pilgerbahn und bei unſerer gebrechlichen Reiſegeſellſchaft. Der Schlechte tarirt den Beſſern nur nach ſich und hängt ihm die eigenen Makel auf, ſich zum Troſte. O wäre doch der Undank ſo ſelten, die Dank⸗ barkeit ſo heiß und opferreich unter den Chriſtenvölkern, wie man ſie bei dieſen heidniſchen Kindern der Wüſte nicht ſelten antrifft. Der Verkehr meiner Ordensbrüder in dieſen Ländern hat ſolcher Beiſpiele die Menge ans Licht gebracht, und ſie dürften nicht unnütz prangen als Muſterbilder in den Glaubensbüchern der Chriſtenheit. Wo der Menſch noch der Natur am nächſten ſteht, da ſpricht ſich das natürliche Gefühl auch am reinſten und wärmſten aus; was die Civiliſation Zucht und Sitte nennt, iſt oft nur eine weiße Wachslarve vor einem zerfetzten Antlitz, ein glänzender Marmor über Moder und verweſeten Gebeinen.

Sie waren herausgetreten in die friſche Nacht, da vemerkte der Templer eine dunkle Geſtalt, die niederge⸗ kauert unter einer Dattelpalme ſaß, jetzt ſich erhob und