hinter dem Sitze des deutſchen Ritters einen ſchwarzen Kopf, ſah Zähne von Elfenbein und weitſchimmerndes Augenweiß. Briſſac ſprang jedoch ſogleich gegen den Platz und zerrte eine junge Mohrin hervor und riß ſie mitten in die Laubhütte, wo die ſchlanke Schwarze bebend ſtand, und durch ihren ſchönen Wuchs und das Ebenmaas ihrer Glieder, das nur durch einen leichten weißen neberwurf kaum verſchleiert wurde, die Blicke aller lüſternen Geſellen auf ſich zog.
„Sehet hier, ihr Herren,“ rief Briſſac frech lachend, „die ſchwarze Venus unſers Karthäuſermönchs! Sehet hier den Abgott, vor dem er kniet und opfert! Selbſt Iſabella von Frankreich, unſere ſchöne Kronprinzeß, darf mit ſolcher Göttin nicht ſtreiten um den goldenen Apfel. Kniet ſchnell, ihr Grafen und Barone von Paris, und huldigt dieſer Cypris aus Ebenholz, und bittet das Unrecht ab, das wir unſerm Nordländer angethan.“—
Die Mohrin war in die Knie geſunken, ihre Hände lagen gekreuzt auf der Bruſt, ihre funkelnden Augen hingen an dem deutſchen Ritter und ihre hochrothen Lippen bewegten ſich, als wollten ſie reden. Ritter Kuno jedoch trat mit Haſt gegen ſie, und ſeine Hand warf die Kniende rücklings zu Boden.„Wer rief dich, du ſchwarze Hündin?“ donnerte ſein Zornwort.„Hinaus, willſt du meinen Fuß nicht fühlen und meine Peitſche!“ — Die Schwarze ſchlüpfte ſchlangenſchnell am Boden zwiſchen den Beinen der herandrängenden Junker fort, Kuno drehte ſich aber jetzt zu ſeinem Gegner und faßte ihn feſt am Arme.„Elender Spötter,“ ſagte er mit fliegendem Athem,„du trägſt ein Ritterkleid, darum muß man dir die Ehre anthun, dich ritterlich zu behan⸗ deln. Hinaus mit mir in den nächſten Buſch! Einer


