Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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Alſo in Wahrheit, mein froſtiger Deutſchmann, weder Schönheit, noch Liebe rührte jemals Euer Herz, und Ihr zoget wie ein Ritter ohne Blut durch die Welt? begann er mit Hohnlächeln.Kein Pfand einer heißen Abendſtunde zierte je Euren Helm; keine Schleife, kein Knieband lag verſtohlen unter Eurem Bruſtwamms, und kein roſiger Damenmund diktirte Euch die Deviſe auf Eurem Turnierſchilde?

Es iſt wie Ihr ſprachet, Herr; antwortete Kuno halb ernſt, halb launig.In unſerm Nordlande weilet der Knabe unter des Vaters oder des alten Dieners ſcharfem Auge, bis ihm der Flaum am Kinn keimt. Dann gehört der Tag dem Waffenſpiele und der Jagd⸗ übung bis zur Ermüdung, die jeden böſen Traum, jede ungebührliche Sehnſucht erſtickt. Erſt dann, wenn er die goldenen Sporen empfing und Schloßherr geworden, ſchauet ſich der Ritter um nach einer Hausfrau, die über Heerd und Geſinde Herrin ſei, und Ihr wer⸗ det's ſchwer glauben mögen! die Ehrbarkeit gilt dabei als höchſte Schönheit.

Aber Ihr zoget früh aus dem nordiſchen Stein⸗ hauſe, fiel Briſſac ein;im Südlande verdientet Ihr die Ritterſporen, und beim Teufel! Ihr ſeid doch ein tüchtiger Mann Männern gegenüber; ich ſah's zu Paris in der Turnſchule, wie auf dieſer Küſte im Sarazenen⸗ kampf; wie werdet Ihr denn den Mann Spaniens und Frankreichs ſchönen Weibern gegenüber verſteckt gehalien haben?

Ihr fraget wie ein Beichtiger, Herr Pierre, und vergeßt, daß Fuchs und Hirſch, Stier und Roß, Falk und Spatz jedes ſeine eigene Natur bekam, die es treibt und hindert, wie's ihr eigen iſt. Die Weiber,